Papst Leos erste Enzyklika erscheint am Pfingstmontag
19.05.2026 |
Lange war das erste universale Lehrschreiben von Leo XIV. erwartet worden. Nun ist klar: Es wird am Pfingstmontag veröffentlicht und behandelt Künstliche Intelligenz. Vorgestellt wird sie vom Autor selbst: dem Papst.
Auch Papst Leo XIV. bezieht nun erstmals mittels eines Schreibens Stellung zu sozialen Problemen - mit einer Sozialenzyklika zum Thema Künstliche Intelligenz.
Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. wird am 25. Mai veröffentlicht. Sie trägt den Titel „Magnifica Humanitas. Über den Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz“, wie der Vatikan jetzt mitteilte. Sein erstes universales Lehrschreiben unterzeichnet hatte das Kirchenoberhaupt bereits am 15. Mai.
Damit steht das Dokument in Tradition mit der ersten großangelegten Sozialenzyklika von Papst Leo XIII., die vor 135 Jahren, am 15. Mai 1891, mit dem Titel „Rerum novarum“ veröffentlicht worden war. Damals setzte sich die katholische Kirche erstmals systematisch mit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts und deren Folgen für Gesellschaft und Moral auseinander. Erst danach entwickelte sich in der katholischen Kirche die „Soziallehre“. Sie wurde zu einem wichtigen Zweig der neuzeitlichen Theologie.
Bei der offiziellen Vorstellung von „Magnifica Humanitas“ am kommenden Montag um 11.30 Uhr wird Papst Leo XIV. selbst sprechen. An der Präsentation in der vatikanischen Synodenaula nehmen neben Wissenschaftlern auch wichtige Kurienvertreter teil: Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, Glaubenspräfekt Kardinal Víctor Manuel Fernández und der Leiter der päpstlichen Sozialbehörde, Kardinal Michael Czerny.
Neue Vatikan-Kommission zum Thema Künstliche Intelligenz
Dass Papst Leo XIV. das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ganz oben auf die Vatikan-Agenda setzt, zeigte sich am vergangenen Wochenende auch daran, dass er eine eigene KI-Kommission genehmigte, an der sieben vatikanische Behörden und Institutionen beteiligt sind, wie es in dem entsprechend veröffentlichten sogenannten „Rescriptum“ zur Einsetzung der „Interdikasterialen Kommission für Künstliche Intelligenz“ heißt.
Geschaffen wurde sie angesichts der Entwicklung des Phänomens KI in den letzten Jahrzehnten, der jüngsten Beschleunigung seiner allgemeinen Anwendung und seiner potenziellen Auswirkungen auf den Menschen und die Menschheit als Ganzes, hieß es. Auch gehe es um die Sorge der Kirche um die Würde jedes Menschen.
Richtlinien für den Einsatz von KI
Ziel der koordinierenden Institution ist es, die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch der Mitglieder bei Aktivitäten und Projekten im Bereich der KI zu fördern, auch mit Blick auf Richtlinien für deren Einsatz beim Heiligen Stuhl, so der Vatikan.
Koordiniert wird die Kommission zunächst für ein Jahr vom Präfekten der Vatikanbehörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, Kardinal Michael Czerny. Neben Czernys Behörde entsenden die Dikasterien für die Glaubenslehre, für Kultur und Bildung sowie für Kommunikation Vertreter in das Gremium, ebenso wie die drei Päpstlichen Akademien für das Leben, der Wissenschaften und der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften.