Von den Tränen des Laurentius

11.08.2026 |

Der August ist der wichtigste Sternschnuppenmonat. 2026 lohnt es sich ganz besonders, die Augen gen Himmel zu richten. Es warten "Feiertage" für Astronomen.

Der Sternschnuppenstrom der Perseiden – auch als „Laurentiustränen“ bekannt – zieht in den Augstnächten über den Nachthimmel und erreicht sein Maximum mit idealen Bedingungen ohne störendes Mondlicht.
 
In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreicht der Strom der Sternschnuppen, die sogenannten Perseiden, das Maximum - und die Bedingungen, sie zu beobachten, sind so gut wie seit Jahren nicht: Kein Mondlicht stört die Beobachtung des auch als "Laurentiustränen" bezeichneten Himmelsphänomens. Zudem gibt es am selben Abend auch noch eine partielle Sonnenfinsternis über Deutschland. Der Mondschatten schiebt sich am Mittwoch in der Zeit zwischen 19.11 Uhr und 21.03 Uhr vor die Sonne. In der Mitte Deutschlands ist die Sonne vermutlich bis zu rund 90 Prozent verdeckt. Über Island, dem Atlantik und dem Norden Spaniens ist eine totale Sonnenfinsternis zu sehen.
 
Große Planetenparade
 
Und das ist noch nicht alles: Als Sahnehäubchen lässt sich bereits in den frühen Morgenstunden, kurz vor Sonnenaufgang desselben Tags, eine sogenannte Große Planetenkonstellation aus sechs Planeten entdecken. Teilnehmer der Parade sind Jupiter, Merkur, Mars, Uranus, Saturn und Neptun. Für Uranus und Neptun ist allerdings mindestens ein Fernglas nötig, besser ein Teleskop.
 
Was die Perseiden angeht: Das Maximum von etwa 100 Sternschnuppen pro Stunde tritt am Donnerstag (13. August) gegen sechs Uhr ein, nur einen Tag nach Neumond. Astronomieexperten warnen aber vor falschen Erwartungen: "Es ist nicht möglich, auch nur annähernd 100 Sternschnuppen in einer Stunde zu sehen. Vielmehr sollte man sich glücklich schätzen, wenn man am genannten Morgen 20 oder 25 pro Stunde beobachten kann."
 
Tränen des Laurentius
 
Dass der August die beste Zeit für Sternschnuppen ist, hat damit zu tun, dass die Erde um diese Zeit jedes Jahr die Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle kreuzt. Dabei rast sie in die winzig kleinen Trümmer, die der Komet auf seiner Bahn um die Sonne hinter sich lässt. Das Material tritt in die Erdatmosphäre ein, verglüht und lässt die Luft aufleuchten.
Sternschnuppen treten in der Regel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein - das sind 216.000 Kilometer pro Stunde. Die kleinen Gesteinsbrocken verglühen in 80 bis 300 Kilometer Höhe. Die Himmelsfunken scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, daher die Bezeichnung Perseiden. Im Volksmund werden sie auch als "Tränen des Laurentius" bezeichnet, weil sie um den Namenstag dieses populären Heiligen am Montag zu sehen sind.
 
Der Märtyrer Laurentius soll am 10. August 258 in Rom auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert worden sein. Dabei soll der Heilige einerseits Tränen über die Sünden seiner Mitmenschen vergossen haben. Andererseits berichtet die Legende von einem unter Qualen lachenden Laurentius: Er soll dem Henker befohlen haben, ihn auf dem Feuer zu wenden. Seitdem galt Laurentius als Nothelfer für Brandverletzte und Fieberleidende sowie als Patron der Feuerwehrleute, Köche, Bäcker, Glasbläser und Köhler.                                                                       
 
KNA