Die Mittenproblematik
23.09.2026 |
Wir haben ein zivilgesellschaftliches Problem mit der Mitte. Auch wenn beispielsweise die Zahlen der Menschen in Sportvereinen gestiegen sind, erleben wir, dass sich das Vereinsleben in den vergangenen Jahren verändert hat. Die Menschen, die sich tatkräftig und über einen längeren Zeitraum engagieren, Angebote machen, Veranstaltungen organisieren, werden weniger. Und damit die Gelegenheiten, wo Menschen sich miteinander austauschen, sich treffen, rarer. Auch das Vereinsleben hat sich verändert. Vereine sind seltener Heimatorte, wo Menschen sich dazugehörig fühlen und die für sie identitätsstiftend sind, sondern sie sind eher zu Orten geworden, wo Menschen diverse Angebote konsumieren.
Womöglich haben wir auch ein geografisches Problem mit der Mitte. Wie viele Ortsmitten, wie viele Mitten von kleineren Städten sind in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr verwaist, weil der Einzelhandel schließt, genauso wie die Gaststätten. Ein Phänomen, das selbst schon in manchen Großstädten erkennbar wird, weil der Onlinehandel zu mächtig geworden ist. In diesen Mitten fand Begegnung statt, Austausch. Fast überall Teil dieser geografischen Mitten waren und sind Kirchen. Aber auch das Leben in diesen „Kirchmitten“ geht zunehmend zurück.
Womit wir bei dem kirchlichen Problem mit der Mitte wären. Über Jahrzehnte waren die Kirchen der Ort, wo „Mitte“ selbstverständlich gelebt wurde. Hier wurden die Werte gelebt, auf die man sich in der Gemeinschaft verständigt hatte. Mit dem Rückgang des kirchlichen Lebens verlieren diese Mitten an Bedeutung. Hinzu kommt der Rückgang des Glaubenslebens und die Bedeutungslosigkeit des Glaubens für immer mehr Menschen, weil sie ihn scheinbar nicht mehr brauchen. Eine Mitte, an der sie sich ausrichten können, fehlt dann natürlich auch.
Und nun? Wahrscheinlich kann hier nur der Fußball helfen: „Das Zentrum muss besetzt sein.“ Egal in welchem Bereich.
Vier Thesen zu einem gesellschaftlichen Phänomen
Einmal mehr haben die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – genauso wie die Wahl in Sachsen-Anhalt – gezeigt, dass die viel beschworene Mitte kleiner wird. Immer mehr franst sie zu ihren Rändern auf. Und das ist nicht nur ein Phänomen, das wir in der Politik erleben. Es scheint fast so, dass wir in vielerlei Hinsicht Probleme mit der Mitte haben.
Vier Thesen:
Wir haben ein individuelles Problem mit der Mitte. Dazu reicht ein Blick auf den riesigen Markt an Ratgeberbüchern, die Menschen helfen wollen, ihre Mitte zu finden. Menschen nehmen an Yoga-Retreats teil, zahlen für teure Coachings, weil sie ihren eigenen Kompass verloren haben. Ihnen fehlt eine Mitte, die sie ausrichtet fürs Leben. Die Sozialen Medien helfen dabei sicher nur begrenzt.
Wir haben ein zivilgesellschaftliches Problem mit der Mitte. Auch wenn beispielsweise die Zahlen der Menschen in Sportvereinen gestiegen sind, erleben wir, dass sich das Vereinsleben in den vergangenen Jahren verändert hat. Die Menschen, die sich tatkräftig und über einen längeren Zeitraum engagieren, Angebote machen, Veranstaltungen organisieren, werden weniger. Und damit die Gelegenheiten, wo Menschen sich miteinander austauschen, sich treffen, rarer. Auch das Vereinsleben hat sich verändert. Vereine sind seltener Heimatorte, wo Menschen sich dazugehörig fühlen und die für sie identitätsstiftend sind, sondern sie sind eher zu Orten geworden, wo Menschen diverse Angebote konsumieren.
Womöglich haben wir auch ein geografisches Problem mit der Mitte. Wie viele Ortsmitten, wie viele Mitten von kleineren Städten sind in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr verwaist, weil der Einzelhandel schließt, genauso wie die Gaststätten. Ein Phänomen, das selbst schon in manchen Großstädten erkennbar wird, weil der Onlinehandel zu mächtig geworden ist. In diesen Mitten fand Begegnung statt, Austausch. Fast überall Teil dieser geografischen Mitten waren und sind Kirchen. Aber auch das Leben in diesen „Kirchmitten“ geht zunehmend zurück.
Womit wir bei dem kirchlichen Problem mit der Mitte wären. Über Jahrzehnte waren die Kirchen der Ort, wo „Mitte“ selbstverständlich gelebt wurde. Hier wurden die Werte gelebt, auf die man sich in der Gemeinschaft verständigt hatte. Mit dem Rückgang des kirchlichen Lebens verlieren diese Mitten an Bedeutung. Hinzu kommt der Rückgang des Glaubenslebens und die Bedeutungslosigkeit des Glaubens für immer mehr Menschen, weil sie ihn scheinbar nicht mehr brauchen. Eine Mitte, an der sie sich ausrichten können, fehlt dann natürlich auch.
Und nun? Wahrscheinlich kann hier nur der Fußball helfen: „Das Zentrum muss besetzt sein.“ Egal in welchem Bereich.
Daniel Gerber