Liturgische Fachzeitschrift „Gottesdienst“

07.10.2023 |

„Kaum ein autoritatives Wort Jesu hat bis heute in der Tradition und Praxis der katholischen Kirche weniger Beachtung und Gehorsam gefunden als seine Weisung, ,alle‘ mögen aus dem eucharistischen Kelch trinken, der ,Teilhabe am Blut Christi‘ schenkt (1 Korinther 10, 16).“ 

Liturgische Fachzeitschrift „Gottesdienst“, Herder Verlag, im Abo erhältlich, aktuelles Heft 19, „Trinket alle daraus!“
 
Mit dieser These eröffnet Ingrid Fischer ihren Debattenbeitrag um die gegenwärtige Praxis der „communio sub utraque specie“: der Kommunion unter beiden Gestalten. Diese, als Annäherung an ihren ursprünglichen Vollzug im Mahl früh eingeforderte, aber zuerst von den Reformatoren konsequent umgesetzte Wiedereinführung des „Laienkelches“, fasste in der römischen Kirche erst wieder Fuß mit dem Zweiten Vatikanum in der Gottesdienstpraxis. 

Die Covid-19-Pandemie hat diese Praxis, wo es sie gab, freilich für drei lange Jahre beendet. Seit geraumer Zeit suchen betroffene Gemeinden nun nach Möglichkeiten, sie wiederzugewinnen. Vielerorts ist die „hinsichtlich der Zeichenhaftigkeit vollere Form“ (Gottesdienstordnung Römisches Messbuch 281) der communio sub utraque specie keineswegs selbstverständlich: Immer noch ist sie vielen ungewohnt, gilt als dogmatisch „unnötig“ und ist mit hygienischen Bedenken belastet oder der Befürchtung, die Kommunion würde dann „zu lange dauern“. Diesen Einwänden sind gute Argumente und Erfahrungen aus guter Praxis entgegenzuhalten, so Fischer, Studienleiterin für Liturgiewissenschaft an der Akademie am Dom zu Wien. 
Nach dieser „Kostprobe“ bleibt zum Schluss nurmehr Platz für wärmste Empfehlung zur Zeitschrift „Gottesdienst“ für alle, denen Liturgie ein Herzensanliegen ist.  
 
Brigitte Böttner