Julia Knop – Gottes starke Töchter. Frauen und Ämter im Katholizismus weltweit

27.04.2024 |

Roms Blick auf die katholische Kirche in Deutschland ist kritisch. Und seit Beginn des Reformprojekts Synodaler Weg häufen sich Ermahnungen aus Rom an die Kirche in Deutschland. 

Julia Knop (Hg.), „Gottes starke Töchter. Frauen und Ämter im Katholizismus weltweit“, Sonderheft „Herder Korrespondenz“, Freiburg 2024, 64 Seiten, 16,50 Euro.
 
Nicht zuletzt wegen der „heißen Eisen“, die zu beraten sich die Versammlung vorgenommen hatte, darunter die Frage nach Macht und Gewaltenteilung sowie Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche.

Dass diese Diskussionen alles andere als ein (nur) deutsches Kirchenproblem sind, trat eindrücklich zutage, als Papst Franziskus im Jahr 2021 einen weltweiten „synodalen Prozess“ anstieß und Gläubige weltweit nach ihren Wünschen, Hoffnungen und Schmerzpunkten befragte: das Echo war die „Frauenfrage“. Aus dem Senegal und der Schweiz, aus Asien und Südamerika: Überall leiden die Katholikinnen unter Diskriminierung, Ausgrenzung, fordern mehr Gerechtigkeit und Partizipation. Im Herbst kam ein internationales Symposion in Leipzig zusammen, mit Stimmen aus aller Welt. An diese von der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen ausgehende Hybrid-Tagung mit dem Titel „Gottes starke Töchter“ mit rund 600 Katholikinnen und Katholiken aus aller Welt knüpft die neue Sonderausgabe der Freiburger „Herder Korrespondenz“ an, mit 41 Wortmeldungen zu „Frauen und Ämtern im Katholizismus weltweit“. 

Die Wiener Theologin Regina Polak, Mitglied des Synodenteams der Österreichischen Bischofskonferenz, legt den Finger in die Wunde der gegenwärtigen Debatte: „Die Gefahr ist groß, dass man für Frauen eigene Ämter schafft und die Geschlechterrollen in der Kirche dann noch fester betoniert.“              
 
Brigitte Böttner