Kein Mensch lebt nur für sich allein. Verbundenheit erfahren, das Miteinander stärken – Anselm Grün

06.07.2024 |

Die Bedeutung und Rolle der Kirche in der Gesellschaft und die Art, wie sie wahrgenommen wird, hat sich grundlegend verändert.

Anselm Grün, „Kein Mensch lebt nur für sich allein. Verbundenheit erfahren, das Miteinander stärken“, Herder Verlag, Freiburg 2023, 252 Seiten, 22 Euro.
 
Mag sie für viele Älteren biografisch noch eine wichtige Rolle spielen, sind doch die Generationen in Breite heute kaum mehr in den Gottesdiensten vertreten. „Aber gerade, wenn gegenwärtig viele Menschen aus ihr austreten, hat die Kirche nach wie vor die Aufgabe, ein Lebensraum zu sein, der Menschen miteinander verbindet. Und sie hat nach meiner Erfahrung nach wie vor die Fähigkeit, Menschen miteinander zu verbinden, die sonst keine Verbundenheit spüren würden und die auf der Suche sind.“ Anselm Grün, Benediktinerpater der Abtei Münsterschwarzach, gefragter Seelsorger, Coach und geistlicher Bestsellerautor, erfährt seit Jahrzehnten, dass der reichhaltige Schatz der christlichen Tradition viele Menschen in ihren Anliegen und Fragen der Lebensführung unterstützt. Und im Gottesdienst sind alle eingeladen und willkommen: Reiche und Arme, Männer und Frauen, Alte und Junge, „Konservative“ und Progressive, Einheimische und Fremde ... „Die Kunst bestehe darin, eine Sprache zu finden, die all diese Menschen anspricht“, in verschiedenen (Sprach-) Formen und Ritualen.
 
Das mag einer sprachlich wie geistlichen Kapazität wie Anselm Grün leichter fallen; zwischenmenschlich „herstellen“ aber lässt sich Verbundenheit nur bedingt, wie der Autor in diesem Buch darlegt. Um in Resonanz mit anderen zu gehen und Gemeinschaft zu erfahren, braucht es Offenheit und den Sinn für etwas Größeres, das Trost stiftet, wie ihn die Welt nicht geben kann – und davon handelt dieses Buch. 
 
Brigitte Böttner