Was nicht alles möglich ist! Erfahrungen einer Frau in der Seelsorge – Irmgard Müller
21.09.2024 |
Wer heute über Religion und Glauben spricht, beklagt meist, was in der Kirche alles nicht möglich ist. Irmgard Millers Buch über die „Erfahrungen einer Frau in der Seelsorge“ trägt dagegen den Titel: „Was nicht alles möglich ist!“
Irmgard Miller, „Was nicht alles möglich ist! Erfahrungen einer Frau in der Seelsorge“, Verlag Neue Stadt, 2024, 95 Seiten, 14 Euro.
Die Formulierung bezieht sich (wie das ganze Buch) auf mehr als nur die aktuelle kirchliche Situation. Doch die Autorin stellt auch fest: „Möglich wäre, nein: Möglich ist auch in unserer aktuellen kirchlichen Lage weit mehr, als wir vielleicht meinen (...) Wenn wir in der Seelsorge ganz konkret bei den Menschen sind. Gerade die Frauen hätten, nein, sie haben da sehr viel zu geben!“
Die Autorin beschränkt Seelsorge nicht auf geweihte Amtsträger oder hauptamtlich Angestellte: „Sie zeigt sich im Tun, wird konkret in lebendigen Beziehungen, und manchmal sind es gerade die ‚einfachen Menschen‘, denen die Gabe der einfühlenden Seelsorge geschenkt ist.“ Immer geht es dabei um die Zusage von Gottes Liebe: bei schweren Erkrankungen, in Glaubenszweifeln und Trauer. Seelsorge geht stets mit großer Verantwortung einher; sie darf nie oberflächlich sein. Seelsorge auf den Spuren Jesu braucht vielmehr „das Sich-Einfühlen auf Augenhöhe“. Natürlich hilft in schwierigen Situationen der Seelsorge eine fundierte Ausbildung, doch sollten sich alle anderen davon nicht entmutigen lassen, so die Autorin.
Miller beschreibt 30 beispielhafte Begegnungen, die sie in der Seelsorge erlebt hat. Im Anschluss folgen allgemeine Einsichten: über die heilsame Kraft des Gebets, die Bedeutung des Lebenszeugnisses neben der Wortverkündigung, die befreiende Erfahrung der Vergebung und die Wichtigkeit, Abschiede zu betrauern.