Heimwärts

28.09.2024 |

Unsere Welt ist vergänglich und bietet keine bleibende Heimat: Wir sind nur Gast auf Erden! Das mögen uns moderne Technologie und digitale Kommunikation vergessen lassen, die Verdrängung befördern. 

Werner Thiede, „himmlisch wohnen. Auferweckt zu neuem Leben“, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2024, 72 Seiten, 12 Euro.

Quelle: Unsplash:Niklas Ohlrogge/Verlagsanstalt Leipzig/KBL

 
Ungeachtet dessen bestand und bleibt bis heute für den christlichen Glauben die klare Einsicht, dass unser Leben einem Pilgerweg gleicht: sei es „in die Heimat“ oder zur „Ewigen Stadt“, mithin das „himmlische Jerusalem“.

Werner Thiede, Jahrgang 1955, lange Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Professor für Systematische Theologie an der Universität Erlangen-Nürnberg, lebt heute im Nordschwarzwald und schreibt. Kürzlich erschienen ist seine kurze Abhandlung zu den kurzzeitigen Stätten dieses und den erhofft, geglaubten des jenseitigen Lebens. Der Titel: „himmlisch wohnen. Auferweckt zu neuem Leben“ (Leipzig 2024).

Darin geht er in zwölf Abschnitten der Frage nach, wie und wo der Mensch, vergängliches Leben, das er ist (und darum weiß), „tatsächlich Heimat und Wohnrecht auf Dauer finden kann“. Daran anschließend, richtet der Autor an sich und uns die Frage, ob die Weltoffenheit des Menschen „nicht auch eine prinzipielle Offenheit für die Ewigkeit, für die neue, vollendete Welt Gottes“ einschließe. Stichworte und Inspiration bieten ihm dabei lebende oder verstorbene Gewährsleute und, natürlich, die Heilige Schrift. 

Werner Thiede trägt vielfältiges Gedankengut zusammen: aus biblischen und theologischen Quellen, Philosophie und (Kirchen-)Geschichte. Geistliche Florilegien, von denen aus sich weiterspinnen lässt, an eigenen Erfahrungen.                  
 
Brigitte Böttner