Jedes Jahr im Advent erleben wir unsere Apokalypse, zumindest in den Texten der Sonntagsgottesdienste. „Gibt es nichts Wohltuenderes zu sagen in die vor uns liegenden Wochen?“, fragt Anke Lechtenberg mit Blick auf den Advent.
Anke Lechtenberg, „Die Sonntagsevangelien im Lesejahr C. Auslegung für Predigt und Meditation“, Pustet Verlag, Regensburg 2024, 190 Seiten, 18 Euro.
„Krisen haben wir doch selbst bereits genug – so sehr, dass die Gesellschaft für deutsche Sprache den Begriff ,Krisenmodus‘ 2023 zum Wort des Jahres wählte ...“ – Aber: „Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen!“, heißt es im Lukasevangelium (Kapitel 21, 19). Und selbst wenn wir „gehasst“ sein sollten „von jedermann um meines (Jesu) Namens willen: Wer beharrt bis an das Ende, der wird selig“, behauptet der Evangelist Markus (13, 13.) Auf den ersten Blick „geradezu verwegene Worte angesichts der Katastrophen“ der Gegenwart, wie Lechtenberg findet.
Zuspruch aber ist uns auch morgen gewiss, im ganzen kommenden Jahr, auch und prominent durch die Erzählungen des Evangelisten Lukas, dessen Perikopen (Leseabschnitte) uns in den Gottesdiensten wie in den Tagesgebeten des neuen Kirchenjahrs begleiten. Anke Lechtenberg, Diplomtheologin, bis 2008 Pastoralreferentin im Bistum Trier und Mitarbeiterin in der Homiletikausbildung im Studienhaus St. Lambert in Grafschaft-Lantershofen, erschließt das Lukas-Evangelium als Irritation und Inspiration „zu mehr Lebendigkeit und Güte“, wie es im Klappentext ihres Verlages heißt. Inzwischen unterrichtet sie katholische Religion und Deutsch als Studienrätin an einer berufsbildenden Schule. Auch dort dürften ihre Fähigkeit zur genauen Textbetrachtung und zum Nachdenken (Meditation) des Gelesenen hilfreich sein.