Der moderne Mensch tut sich oft schwer mit Traditionen, Riten und Symbolen. Eine katholische Messfeier erscheint deshalb selbst manchen Katholiken inzwischen weit entfernt von ihrer eigenen Lebenswirklichkeit. Marco Benini, Professor für Liturgiewissenschaft in Trier, möchte Verständnishilfen für den Gottesdienst anbieten, durch die man wieder hineinfinden kann in eine bewusstere, aktivere Teilnahme an der Eucharistiefeier.
Marco Benini, „Brannte nicht unser Herz? Die Messe verstehen. Eucharistisch leben“. Verlag Herder, Freiburg 2024, 144 Seiten, 18 Euro.
Er vergleicht die Messe mit der Emmauserzählung des Evangelisten Lukas: Dort begegnen heutige Christinnen und Christen wie Kleopas und „der andere Jünger“ dem Herrn, und im Brotbrechen gehen die Augen auf. Es geht deswegen darum, wie die Emmausjünger auf Jesu Wort hören, ihn einladen („Bleib bei uns!“) und so „die rechte Haltung für die Eucharistiefeier“ einnehmen – und das Leben einbringen mit allem, was an Sorgen, Fürbitte und Dank ansteht.
Zu den hilfreichen theologischen Klärungen (Wer oder was bewirkt die Wandlung? Ab wann sind Brot und Wein zu Leib und Blut Christi geworden? Ist die Messe nun Mahl oder Opfer?) kommen auch interessante historische Einblicke. Etwa, dass gemäß der ältesten Beschreibung der Messe von Justin dem Märtyrer (um 150) die Messe damals der heutigen bereits verblüffend ähnlich war. Man erfährt, wie viele biblische Bezugnahmen in den Gottesdienst eingebaut sind, begreift den Aufbau der Messfeier und versteht viele Symbole und Gebete tiefer – und damit auch den vollen Sinn und die Bedeutung der Eucharistiefeier: die Vergegenwärtigung der österlichen Hingabe Christi und der pfingstlichen Geistsendung.