Was zeigen?

07.02.2025 |

Rom lässt Georg Schwikart nicht mehr los. Den evangelischen Pfarrer, der ursprünglich katholisch war (das ist für dieses Buch nicht ganz unwichtig), zieht es immer wieder in die „Ewige Stadt“. Warum das so ist, erfährt, wer Schwikart auf seinen Streifzügen durch die italienische Hauptstadt begleitet.

Georg Schwikart, „Gott in Rom begegnen. Bezauberndes und Alltägliches in der Ewigen Stadt“, Echter Verlag, Würzburg 2024, 167 Seiten, 19,90 Euro.
 
Dabei steuert er zwar Sehenswürdigkeiten an, doch die spielen hier nicht die Hauptrolle. Wichtiger sind die Beobachtungen und Begegnungen, die sich unterwegs ergeben. Zum Beispiel die Sache mit der Monstranz: Nach einer Messe in Il Gesù, der Hauptkirche der Jesuiten in Rom, wird das Allerheiligste in einer Monstranz zur Anbetung ausgesetzt. „Ich trage den Leib des Herrn in meinem Leib“, sinniert Schwikart vor dem Allerheiligsten. „Ich selbst bin zu einer lebendigen Monstranz geworden, aus Fleisch und Blut. Was zeige ich der Welt? Dass mich das göttliche Geheimnis erfüllt?“

Das Pantheon, die antike Kirche im Herzen Roms, die aus einer einzigen weiten Kuppel besteht und oben nicht geschlossen ist, sieht er als Sinnbild für die Ungreifbarkeit Gottes. Dort sei das Wichtigste das, was nicht da ist: „Kein Kunstwerk. Keine Worte. Durch die Jahrtausende dient es als Sinnbild dafür, dass das Entscheidende nicht gezeigt oder gesagt werden kann.“

Das Besondere an Schwikarts Rom-Perspektive als ehemaliger Katholik, der nach heftigem Streit mit dem Kölner Erzbischof zum Protestantismus konvertierte: Er hat das Katholische nicht einfach abgeschüttelt (wenn das überhaupt geht), sondern um den Protestantismus erweitert und schreibt in wohltuend ökumenischem Geist. Ein Reiseführer zum Besuch in der „Ewigen Stadt“, gerade im Heiligen Jahr.
 
KNA