Beziehungsweisen

24.02.2025 |

Mit Gefühlen von Hass, Rache und Vergeltung scheinen Menschen ausweglos gefangen im Kreislauf der Unversöhnlichkeit. Doch die menschliche Sehnsucht nach Versöhnung wurzelt tief; der Wunsch nach heilendem Frieden, in dem Würde und Freiheit wirklich werden.
Eben diesem menschlichen Bedürfnis widmet sich die neue Ausgabe der Theologisch-praktischen Quartalschrift und fragt nach Bedeutungen von Versöhnung in der christlichen Theologie sowie in psychischer, sozialer und pädagogischer Hinsicht.

„Versöhnung“, Theologisch-praktische Quartalschrift 1/2025, Verlag Friedrich Pustet, 112 Seiten, Regensburg 2025, 12 Euro. 
 
Eröffnet wird die Beitragsreihe von der Schweizer Theologin und Therapeutin Monika Renz, die das Beziehungsgeschehen von Versöhnung und Vergebung vor dem Hintergrund ihrer Arbeit mit Schwerkranken und Sterbenden reflektiert. Zentral sei die Bedeutung eines „Heilwerdens von Grund auf“, das in der Gotteserfahrung wurzelt.

Zunächst vor allem eine religiöse Kategorie, hat Versöhnung zunehmend auch im politisch-philosophischen Sinne an Bedeutung gewonnen. Das illustriert Mirjam Erdinc anhand der paulinischen Konzeption im Kolosserbrief. Und zeigt auf, dass Versöhnung als theologisches Konzept nicht nur die Beziehungsebene „Gott – (einzelner) Mensch“ betrifft, sondern auch die Beziehungen „zwischen Menschen“ – und sogar zwischen allem im Himmel und auf Erden.

Kirchenleute haben über Jahrhunderte den „Glutkern der göttlichen Versöhnungliebe“ entstellt. Der Pastoraltheologe Ottmar Fuchs hält dagegen: im Blick auf Versöhnung vor der allmächtigen und bedingungslosen Liebe Gottes. Wie wir das heute in Kirchen hören sollten ...            
 
Brigitte Böttner