Rechte Ökumene

03.03.2025 |

Nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland gibt es eine Überschneidungssphäre von Christentum und Rechtspopulismus. Das ist hierzulande spätestens seit den Pegida- und den Corona-Demonstrationen der letzten Jahre ins allgemeine Bewusstsein gerückt.

Martin Fritz, „Im Bann der Dekadenz. Theologische Grundmotive der christlichen Rechten in Deutschland“, EZW-Texte 273, Berlin 2022, 110 Seiten (www.ezw-berlin.de)
 
„Rechte Christen“ sind eine relevante Größe in der deutschen Gesellschaft. Immer wieder traten und treten Personen und Gruppen öffentlich in Erscheinung, die mit ihren Bekundungen gegen die „totalitären“ Eingriffe des Staates und gegen die „Meinungsdiktatur“ der „Mainstreammedien“ deutliche Übereinstimmungen mit Äußerungen rechtspopulistischer Parteien und Bewegungen zeigten – und die sich dabei unübersehbar auf ihr Christentum beriefen. Schon länger bekannt ist eine gewisse Nähe zwischen bestimmten christlichen Kreisen und rechtspopulistischen Strömungen. 2015, zwei Jahre nach der Parteigründung, wurde die Bundesvereinigung „Christen in der AfD“ als institutioneller Ausdruck dieser Affinitäten begründet.

Martin Fritz, Wissenschaftlicher Referent an der Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) Berlin, fragt nach den theologischen Grundmotiven der (überkonfessionellen) christlichen Rechten in Deutschland und danach, was sie antreibt. Der Autor analysiert die „Ökumene von rechts“ mit Blick auf mögliche Zusammenhänge und inhaltliche Unterschiede zu konservativen Formen von Christentum. Das ist erhellend und hilfreich – für das Verständnis wie in argumentativen Auseinandersetzungen. Erfreulich außerdem: Der Beitrag steht als kostenloser Download auf der Homepage des Instituts.
 
Brigitte Böttner