Fantasie und Freiheit

10.03.2025 |

Papst Franziskus ist ein großer Verehrer von Gedichten. „Ich mag Poesie so sehr ... Poesie ist voller Metaphern“, wird er in einem neuen Buch zitiert. Wer solche Sprachbilder verstehe, könne sein Denken agil, intuitiv, flexibel und scharfsinnig machen. „Wer Fantasie hat, versteift sich nicht, hat Sinn für Humor und genießt stets die Süße der Barmherzigkeit und der inneren Freiheit.“

„Viva la Poesia“ („Es lebe die Poesie“), Edizioni Ares, 224 Seiten, 18,50 Euro.
 
Das Buch „Viva la Poesia“ („Es lebe die Poesie“) enthält laut Verlagsangaben erstmals sämtliche Schriften von Franziskus zu Poesie und Literatur, die er seit seiner Papstwahl vor zwölf Jahren, am 13. März 2013, verfasst hat. Ebenso werde das breite Spektrum der Autoren skizziert, die den in Argentinien als Jorge Mario Bergoglio geborenen Papst geprägt haben: von Dante bis Dostojewski, von Vergil bis Borges, über den deutschen Dichter Friedrich Hölderlin bis John Ronald Reuel (J.R.R.) Tolkien, dem Schöpfer des Epos „Herr der Ringe“.

„Viva la Poesia“: Die handgeschriebenen Worte des Papstes als Faksimile in Rot zieren den Buchumschlag. Herausgeber ist der Theologe Antonio Spadaro, Untersekretär des Dikasteriums für Kultur und Bildung und ehemaliger Leiter der Jesuiten-Zeitschrift „La Civilta Cattolica“.

Im Oktober hatte Franziskus bei einem Empfang der baden-württembergischen CDU-Fraktion im Vatikan auf Deutsch gesagt: „Ich liebe Hölderlin“. Die Gäste hatten ihm damals eine Gesamtausgabe des aus Lauffen am Neckar stammenden Dichters Hölderlin (1770-1843) geschenkt. Möge ihn die Poesie auch jetzt trösten: Denn seit 14. Februar befindet sich Franziskus mit einer schweren Atemwegserkrankung in der Gemelli-Klinik.
 
KNA