Bei schweren Erkrankungen, zumal am Lebensende – sei es das eigene oder auch das von engen Angehörigen – gerät jeder Mensch in existenzielle Situationen. Für den christlichen Glauben werden solche Leid- und Ohnmachtserfahrungen zur Bewährungsprobe.
Ulrich Lüke, „In Gottes Hand. Glaube in Krankheit und Leid. Erfahrungen eines Krankenhauspfarrers“, Verlag Herder, Freiburg 2025, 237 Seiten, 24 Euro.
Dass der Glaube auch in solch schweren Zeiten trägt, Trost und Hoffnung spendet, ist die Überzeugung des Theologen und Biologen Ulrich Lüke, der nach einer Karriere als Hochschullehrer inzwischen seit acht Jahren als Krankenhausseelsorger tätig ist.
Sein Buch „In Gottes Hand“ will diese „Erfahrungen eines Krankenhauspfarrers“ weitergeben, denn die im Krankenhaus in schwersten Situationen bewährte Erfahrung, dass das menschliche Leben bei Gott aufgehoben ist, lässt nicht nur Trost schöpfen für eigene schwere Zeiten. Vielmehr verwandeln der Glaube an einen Sinn des Lebens und Leidens sowie die Hoffnung auf die Auferstehung nach dem Tod bereits das alltägliche Leben, noch ehe es in Grenzsituationen gerät.
Nicht immer geht es in der Krankenhausseelsorge um derart extreme Erfahrungen, oft auch um prinzipielle menschliche Fragen und Probleme, die im Krankenhaus eine gewisse Zuspitzung erfahren: Plötzlich ist Zeit da, sich mit jenen Themen zu befassen, die sonst vom Alltag überlagert, jetzt aber unausweichlich werden. Im Krankenhaus stellen sich viele Fragen zudem stärker unter der Perspektive der aktuellen Erfahrung von Bedürftigkeit, Endlichkeit und Sinn menschlicher Existenz. Ein Buch der Ermutigung für alle, die krank sind oder mit Kranken zu tun haben. Und jene, die beides fürchten.