Ex oriente lux

05.05.2025 |

Per Definition gibt es nur eine orthodoxe Kirche. Das ist nicht so klar, denn zugleich ist stets die Rede von einem guten Dutzend selbstständiger Landeskirchen. Untereinander einig sind sie sich weiß Gott nicht immer.

„Orthodox. Wohin die Kirchen des Ostens steuern“, Herderkorrespondenz Spezial, Herder Verlag, 2024, 84 Seiten, 16,50 Euro.
 
„Im Moment kann man mit Blick auf die Orthodoxie bestenfalls von Licht und Schatten sprechen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die orthodoxen Kirchen neu ins Rampenlicht gestellt. Die Vielfalt der Kirchen in der Ukraine ist im Bewusstsein angelangt ...“ Was häufig noch fehlt, ist tieferes Wissen. Das zum Anlass genommen, hat die Redaktion der Freiburger „Herderkorrespondenz“ eine Spezialausgabe zu den Kirchen des Ostens veröffentlicht. Schon ein flüchtiger Blick ins Inhaltsverzeichnis bietet eine Ahnung von der Vielfalt orthodoxen Glaubenslebens im Osten, aber auch in den Kirchen bei uns in Deutschland. 

Insgesamt geht es im Heft erfreulich ökumenisch zu: Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige schreibt über den aktuellen Stand des orthodox-katholischen Dialogs. Frans Bouwen, Mitglied der Gesellschaft der Missionare von Afrika (Weiße Väter), berichtet über die Mühen der Kirchen in Jerusalem – darunter maßgeblich auch der orthodoxen und altorientalischen –auf dem Weg zu einem gemeinsamen Zeugnis und Dienst. „Die Kirchen in Jerusalem präsentieren der Welt eine Art Ikone lebendigen Reichtums christlicher Traditionen in Ost und West: Griechisch, Armenisch, Syrisch, Koptisch, Äthiopisch, Römisch-Katholisch, Anglikanisch, Lutherisch, Reformiert, Pfingstlich und Evangelisch“, so Bouwen. Wer da nicht neugierig wird ...    

Brigitte Böttner