Die Krise der Kirche und des Glaubens erscheint fundamental. Sie ist in allen Bereichen des kirchlichen Lebens erkennbar. Die Lähmung, die sich dabei breit macht, ist auch darin begründet, dass die Meinungen sowohl über die Ursachen der Krise als auch über Möglichkeiten eines neuen Anfangs geteilt sind.
Martin Brüske, Bernhard Meuser, Christiana Reemts (Hg.), „Urworte des Evangeliums. Für einen neuen Anfang in der Katholischen Kirche“, Verlag Herder, 272 Seiten, 22 Euro.
Auf diesem Hintergrund haben sich 30 Autorinnen und Autoren zusammengefunden, um ein Buchprojekt zu realisieren, das sich weniger mit dem Niedergang beschäftigt als mit der Frage, was den Wesenskern des Glaubens und der Kirche ausmacht. Welche „Urworte“ des Evangeliums auch in Krisenzeiten Gültigkeit haben und so zum Ausgangspunkt neuer Vitalität werden könnten.
Im Frühjahr ist das Buch erschienen. Es widmet sich nach einer kritischen Analyse des Ist-Zustandes der Kirche hierzulande 16 grundlegenden Themen. Dazu gehört natürlich die Frage nach Jesus, aber auch die „Liebe“ als zentraler Begriff des Christentums, die Rede vom Volk Gottes und dem jüdischen Ursprung der Kirche, der Umgang mit dem Wort Gottes, die Bedeutung des Heiligen Geistes und der Eucharistie, der Stellenwert der Verkündigung, der Umkehr, des Gebets oder der Kirche als Ort, an dem sich Rettung und Erlösung für die ganze Schöpfung ereignen sollen.
Wer sich der gängigen Schubladen bedienen will, würde die Autorinnen und Autoren eher dem „konservativen“ Spektrum zuordnen. Aber sie polarisieren nicht, sondern gehen in gutem Sinne an die Substanz. So ist ihr Blick auf die „Urworte des Evangeliums“ ein guter Ausgangspunkt für Diskussionen über Wege aus der Krise.