9. Oktober: Dionysius
Der heilige Dionysius, Namenspatron von Dennis und Denise, ist heute vielen unbekannt. An seinem Zuständigkeitsgebiet als einer der 14 Nothelfer dürfte das kaum liegen, gilt er doch als Fürsprecher bei aktuellen „Zivilisationskrankheiten" wie Kopfschmerzen, innerer Unruhe und seelischen Leiden.Foto: Bildlexikon der Heiligen, Pattloch
Eine typische Darstellung des Nothelfers Dionysius von Paris. Skulptur aus dem 13. Jahrhundert im nordöstlichen Seitenschiff des Bamberger Domes.
Bereits Ende des 5. Jahrhunderts entstand dort auf Initiative der heiligen Genoveva die Basilika St. Denis. Seit 639 bis 1824 wurden nahezu alle französischen Könige in der Kirche mit dem Märtyrergrab des Dionysius bestattet. Das ganze Mittelalter hindurch bis ins 19. Jahrhundert stritten sich prominente Theologen, ob Dionysius mit dem hochgradig bedeutsamen Denker Dionysius Areopagites identisch sei – was nicht der Fall ist.
Neben der historisch-politischen Funktion und der theologiegeschichtlichen Relevanz hat die Legende auch eine tiefenpsychologisch zu deutende Ebene. Anselm Grün legt letztere in seinem Buch „Wunden zu Perlen verwandeln" so aus: „Es genügt nicht, Gott einfach nur darum zu bitten, dass er mich von meinem Kopfweh befreien möge. Ich muss wie Dionysius meinen Kopf in die Hände nehmen, Abstand gewinnen zu all dem, was ihn belastet und ihn füllt. Ich muss den Kopf ans Herz drücken, den Verstand durch die Liebe läutern und ihn dann vor Gott hinlegen, damit Gott mich von dem inneren Druck befreien möge, den ich mir selbst auferlege."
Christine Schmitt
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