1. Juli: Hermann Volk
Einheitssucher mit Wurzeln: am 1. Juli 1988 starb Kardinal Hermann Volk.Am 27. Dezember 1903 in Steinheim geboren, war Hermann Volks Leben verknüpft mit der Geschichte der Kirche fast das gesamte 20. Jahrhundert hindurch. Sein Weg führte ihn von den Kindheitsjahren im Kreis der Eltern und dreier Geschwister ins Priesterseminar Mainz.
Langen Jahren des priesterlichen Dienstes seit 1927 folgten Studien an den Universitäten Fribourg und Münster, wo er zum Doktor der Philosophie und Theologie promovierte, um anschließend eine theologische Habilitation zu verfassen.
Hermann Volk wurde 1946 Professor für Dogmatik an der Universität Münster, bis er 1962 zum Nachfolger des verstorbenen Mainzer Bischofs Albert Stohr gewählt wurde. Die Bischofsweihe empfing er vom damaligen Freiburger Erzbischof Hermann Schäufele.
Ab 1962 nahm Volk als Mitglied der deutschen Delegation am Zweiten Vatikanischen Konzil teil, bei dessen Planungen er sich schon zuvor als Theologe engagiert hatte. Als Mitglied der päpstlichen Kommission für die
Heilige Liturgie leitete er einen eigenen Arbeitskreis und wirkte so an der Entstehung verschiedener Konzilsdokumente mit. Auch nach dem Konzil blieb Hermann Volk mit dem Bemühen um die Liturgie betraut und half intensiv dabei, die Beschlüsse des Konzils in Deutschland umzusetzen. Dafür ernannte ihn Paul VI. im Februar 1973 zum Kardinal.
Hermann Volk war als Theologe sehr an der evangelischen Theologie interessiert. Als Bischof und Kardinal setzte er sich stark für die Ökumene ein. Seine konfessionelle Verwurzelung hinderte ihn allerdings nicht daran, vor allem in der eigenen Kirche nach Wegen zu suchen und auf solche hinzuweisen, die die Einheit unter den Christen befördern könnten.
Hermann Volk starb am 1. Juli 1988 in Mainz, wo er von 1962 bis 1982 Bischof gewesen war.
Anna Stein
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