3. Dezember: Theodor Zeller

Kunst kann, muss aber nicht schön sein. Immer jedoch sollte sie den Betrachter anrühren, sei es seinen Geist erheben oder ihn im Innersten aufwühlen. Auf Theodor Zellers Malerei trifft zweifellos Letzteres zu.

Zeller
Zeller
Foto: Lehmbruck-Mangold
In höchster Erhabenheit wie in tiefsten Abgründen: Auch der Künstler Theodor Zeller kämpfte zeitlebens um die Liebe. Am 3. Dezember 1986 ist er gestorben.
Zeller kam am 9. Mai 1900 in einer tiefgläubigen katholischen Familie im schwäbischen Donzdorf zur Welt. Als 18-jähriger Freiwilliger erlebte er die Grausamkeit des Krieges, studierte danach Theologie und Philosophie in Tübingen und Freiburg. Seinen ursprünglichen Wunsch, Priester zu werden, verwarf er und widmete sich der Malerei, die sein Medium der Verkündigung werden sollte. Während eines Aufenthalts in Italien studierte er die Werke der italienischen Renaissancekünstler; hier traf er den Freiburger Verleger Herder-Dorneich, mit dem er lange Jahre zusammenarbeitete.

1928 ließ sich Zeller – frisch verheiratet – in Denzlingen bei Freiburg nieder. Nach der Machtergreifung der Nazis musste seine halbjüdische Frau jedoch mit den beiden Kindern nach Rom flüchten. Zeller, als „entarteter Künstler" mit einem Berufsverbot belegt, folgte nach. Die Familie durchlebte unruhige Kriegsjahre im Exil, bis sie 1947 nach München zog. Bald allerdings kehrte Zeller allein nach Denzlingen zurück, wo sich ein Schülerkreis um ihn bildete.

Zeller war kein einfacher Mensch. Seine unorthodoxe Lebensweise provozierte manchen Ortsbewohner. In seinem letzten und größten Werk „Kampf um die Liebe" über dem Hauptportal der Denzlinger St.-Jakobus-Kirche hat er bildlich ausgedrückt, was ihn zeitlebens bewegte: Der Mensch kämpft in der höchsten Erhabenheit wie in den tiefsten Abgründen seines Selbst letztlich immer um Liebe, die für Zeller gleichbedeutend mit Gott ist. Dass dem Maler dieses fortwährende Ringen wohlbekannt war und sein Schaffen befeuerte, macht seine Kunst wahrhaftig.

Maria Senoglu