5. Dezember: Nils Stensen

Das Fazit einer Vorlesung in Kopenhagen könnte auch als Überschrift über dem Wirken des Naturwissenschaftlers und Missionars Nils Stensen stehen: „Schön ist, was wir sehen, schöner, was wir wissen, weitaus am Schönsten, was wir nicht wissen."

Nils
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Forschergeist und Missionar: Der dänische Universalgelehrte Niels Stensen.
Geboren in Kopenhagen am 11. Januar 1638, wuchs Niels Stensen in einem evangelisch-lutherischen Elternhaus auf. Früh wurde sein Interesse für die Anatomie des menschlichen Körpers geweckt. So beschloss er 1656 das Studium der Medizin in Kopenhagen aufzunehmen. 1663 formulierte er erstmals die Erkenntnis, dass das menschliche Herz ein Muskel sei – und überwand damit die seit der Antike verbreitete Meinung, das Herz sei der Sitz des menschlichen Lebensgeistes.

1666 nahm Stensen eine Anstellung als Prinzenerzieher am Hofe der Familie Medici in Florenz an. In diesen Jahren widmete er sich besonders der Geologie und der Paläontologie. Doch der Aufenthalt in Florenz beeinflusste auch die Spiritualität des dänischen Arztes: Er lernte den katholischen Glauben näher kennen und entschied sich 1667 zu konvertieren. Stensen führte seine wissenschaftlichen Forschungen zwar weiter, widmete sich aber besonders den theologischen Grundfragen seiner von konfessionellen Spaltungen geprägten Zeit. Er begann Theologie zu studieren und wurde 1675 in Florenz zum Priester geweiht.

Weil es ihm gelang, zahlreiche Persönlichkeiten für den katholischen Glauben zu gewinnen, wurde er bald für die Bischofsweihe empfohlen. Es folgten bewegte Jahre im Dienste der Kirche: als „Apostolischer Vikar der Nordischen Missionen" in Hannover und Hamburg, als Weihbischof in Münster und schließlich als Leiter einer Missionsstation in Schwerin. Stensen ließ sich trotz immer wiederkehrender pastoraler Miss­erfolge nicht von den Reformen abbringen, die das Konzil von Trient auf den Weg gebracht hatte. Dabei fand er über die Konfessionsgrenzen hinweg Anerkennung für sein Lebenswerk.

Niels Stensen starb am 5. Dezember 1686 in Schwerin, sein Leichnam wurde nach Florenz in die Kirche San Lorenzo überführt. Am 23. Oktober 1988 sprach ihn Johannes Paul II. selig. Das Fazit einer Vorlesung in Kopenhagen könnte auch als Überschrift über dem Wirken des Naturwissenschaftlers und Missionars stehen: „Schön ist, was wir sehen, schöner, was wir wissen, weitaus am Schönsten, was wir nicht wissen."

Valentin Schneider