13. Januar: Hilarius von Poitiers

Der heilige Hilarius (gestorben 367 oder 368), erster aktenkundig gewordener Bischof von Poitiers, wäre in Deutschland fast vergessen, wenn nicht sechs Pfarrgemeinden die Erinnerung an ihn wach hielten, indem sie an seinem Gedenktag ihr Patrozinium feiern.

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Foto: Bildlexikon der Heiligen, Pattloch
Hilarius, Bischof von Poitiers und Kirchenlehrer, war Seelenführer und Lehrer Martins von Tours. Hier eine stilisierte Darstellung aus dem 17. Jahrhundert.
Wenn es keine Wahlkampfberichte aus den USA gäbe, dann wäre der Name Hil(l)ary in der hiesigen Region wohl kaum bekannt. Die lateinische Form Hilarius ist als Jungenname ebenfalls ungewöhnlich. Der Namengeber, der heilige Hilarius (gestorben 367 oder 368), erster aktenkundig gewordener Bischof von Poitiers, wäre in Deutschland fast vergessen, wenn nicht sechs Pfarrgemeinden die Erinnerung an ihn wach hielten, indem sie an seinem Gedenktag ihr Patrozinium feiern. Fünf dieser Kirchen liegen im heutigen Erzbistum Freiburg und zwar in: Bleichheim (Herbolzheim), Bollschweil, Ebnet (Freiburg), Heidenhofen (Donaueschingen) und Weilersbach (Villingen-Schwenningen).

Ursprünglich wurde Hilarius nur im alten Gallien verehrt. Erst Fridolin, im 7. Jahrhundert Abt im Hilariuskloster von Poitiers, dann Wanderprediger, erzählte den Menschen diesseits des Rheins von ihm. Zeugnis der Verbindung beider Heiligen ist das Münster von Bad Säckingen, das dem Hauptpatron Fridolin den Nebenpatron Hilarius beigesellt.

Als Heiliger sollte Hilarius nur schwer Zugang zu den Herzen der Menschen finden. Wesentlich beliebter war einer seiner Schüler, der heilige Martin. Als Theologe ist sein Platz jedoch unangefochten: Hilarius wurde etwa 40-jährig vom residierenden römischen Kaiser im Jahr 356 nach Kleinasien in die Verbannung geschickt. Er hatte sich geweigert, in den Debatten darüber, ob Jesus Christus zugleich Mensch und Gott sein könne, die damalige Mehrheitsmeinung, dass Jesus vom Wesen her Gott nur ähnlich sei, zu übernehmen.

Von der Exilszeit im nichtlateinischen Ausland profitierte seine Theologie, weil die Hochsprache der damaligen Zeit das Griechische war und er über sie Zugang zu bedeutenden theologischen Texten erhielt. Heimgekehrt wurde er zum Vermittler zwischen östlichem und westlichem Denken und konnte so dazu beitragen, dass sich das Glaubensbekenntnis des Konzils von Nizäa (325), das die Wesensgleichheit von Vater und Sohn bekennt, ohne zu einem Zwei-Gott-Glauben zu kommen, schließlich durchgesetzt hat

Barbara Henze