9. Juli: Andreas Bauer

Andreas Bauer verließ Ende des 19. Jahrhunderts Europa, um in China als Missionar zu wirken. Ihm blieb dafür nur wenig Zeit. 14 Monate nach seiner Ankunft erlitt er beim so genannten Boxeraufstand den Mär­ty­rer­tod.

Der Heilige stammte ursprünglich aus dem Elsass. Andreas Bauer wurde am 26. November 1866 in Guebwiller geboren. Als Jugendlicher schloss er sich dem Dritten Orden der Franziskaner an und wurde 1886 in Clevedon in England als Oblate eingekleidet. Anschließend absolvierte er in Frankreich vorschriftsgemäß seine dreijährige Militärzeit. Nachdem er 1895 in Amiens das Habit der Franziskaner erhalten hatte, kehrte er in das Kloster nach England zurück.

Boxeraufstand
Boxeraufstand
Foto: Archiv
Auf den Aufstand der chinesischen "Boxer" hin marschierten ausländische Truppen auch in die "Verbotene Stadt" in Peking ein.

1899 ging Andreas Bauer als Missionar in die Provinz Shanxi im nördlichen Teil Chinas. Er kam am 4. Mai in der Missionsstation in Taiyuan an, wo er von Bischof Gregorio Grassi mit der Leitung des Laienpersonals und des Krankenzimmers beauftragt wurde. Den zunehmenden fremden- und christenfeindlichen Verfolgungen des chinesischen Geheimbunds der „Boxer", der das Land von der Einflussnahme der Kolonialmächte befreien wollte, soll And­reas Bauer ruhig entgegengesehen haben. Der Überlieferung zufolge schrieb er Anfang 1900 einen Brief an seinen Bruder, in dem er ihm mitteilte, dass er nicht wisse, was den Missionaren in dem beginnenden neuen Jahrhundert bevorstehe. „Wenn ich nur auch", so fuhr er fort, „wie der gute Dieb, in das Paradies gelangen könnte." Im Frühjahr 1900 brach schließlich der Boxeraufstand aus, in dessen Verlauf tausende Christinnen und Christen gewaltsam ums Leben kamen. Andreas Bauer wurde von den Aufständischen am 9. Juli 1900 im Gefängnis von Taiyuan enthauptet.

Pius XII. sprach Andreas Bauer am 24. November 1946 selig. Seine Heiligsprechung erfolgte am 1. Oktober 2000 durch Johannes Paul II.