
Darstellung des Diego de Alcalá in einem Gemälde des spanischen Malers Francisco de Zurbarán (1598 – 1664).
In der durch Pilger überfüllten Stadt brachen im Sommer Seuchen aus. So gut er es vermochte, beteiligte sich Diego an der Pflege der Kranken. Nach dem Heimreise lebte er im Kloster von Alcalá de Henares bei Madrid, wo er am 12. November 1463 starb.
Er ist eines „normalen“ Todes gestorben. Nicht wie Ordensbrüder, die gefährlichere Ziele zugewisen bekamen, das ehemalige Kreuzfahrerreich im Nahen Osten oder die Westküste von Afrika, und in der Mission ihr Leben ließen. Andere steckten sich bei der Pflege von Epidemiekranken an und wurden Opfer ihrer Fürsorge. Sie alle hätten sich – eher als Diego? – zur Verehrung als Heilige angeboten. Aber mehr als lokale Verehrung wurde keinem von ihnen zuteil.
Anders Diego: 99 Jahre nach seinem Tod erlitt der spanische Prinz Don Carlos bei einem Unfall in der Nähe von Alcalá eine so schwere Kopfverletzung, dass die Familie und Ärzte ihn schon aufgegeben hatten. Seine Heilung nach wochenlangem Ringen wurde der Fürsprache Diegos zugeschrieben, dessen sterbliche Überreste die Leute in einer Prozession ins Krankenzimmer bringen ließen.
In dem durch die Konkurrenz mit dem protestantischen Teil Europas erregten Spanien wagte niemand öffentlich, an der Wunderkraft von Heiligen zu zweifeln. Folglich stellte der spanische König Philipp II. in Rom den Antrag auf Heiligsprechung des Franziskaners Diego von Alcalá, dem Papst Sixtus V. 1588 entsprach.
Barbara Henze