13. November: Stanislaus Kostka

Für seine Entschlossenheit im Glauben erntet er nur Spott, doch beirren lässt sich der junge Stanislaus Kostka nicht – im Gegenteil. Um seine Aufnahme in den Jesuitenorden zu erwirken, flieht er als Bettler verkleidet nach Rom.

Liegefigur des Stanislaus Kostka in seinem Sterbezimmer im Kloster bei San Andrea al Quirinale, Rom.
Es ist eine abenteuerliche Geschichte, die das Leben von Stanislaus Kostka schreibt. Am 28. Oktober 1550 in Masowien, einer Landschaft nördlich von Warschau, geboren, wurde der Sohn eines polnischen Adligen zusammen mit seinem älteren Bruder Paul 1564 nach Wien geschickt. Dort sollten die Geschwister am Jesuitenkolleg studieren.
 
Für Stanislaus begann eine schwere Zeit: Wegen seiner Frömmigkeit und religiösen Überzeugung erntete er Spott, Häme und sogar Misshandlungen – nicht nur von Mitschülern, auch von seinem Bruder Paul. Im Alter von 16 Jahren durchlitt Stanislaus eine lebensbedrohliche Krankheit, von der ihn der Überlieferung nach die Gottesmutter heilte; sie war ihm mit ihrem Kind erschienen und hatte ihn aufgefordert, der Gesellschaft Jesu beizutreten.

Die österreichische Gesellschaft Jesu verweigerte Stanislaus jedoch die erbetene Aufnahme – aus Furcht vor dessen einflussreichem Vater, der gegen ein Ordensleben seines Sohnes war.

Dieser reagierte jedoch entschlossen: Als Bettler verkleidet flüchtete er aus Wien, um andernorts Aufnahme bei den Jesuiten zu finden. Auf seiner Flucht erschienen ihm der Legende nach Engel, von denen er die heilige Kommunion empfing. Über Dillingen an der Donau gelangte Stanislaus schließlich nach Rom, wo er an seinem 17. Geburtstag als Novize aufgenommen wurde. Kaum zehn Monate später, am 15. August 1568 starb er, wie er selbst vorhergesehen hatte.
 
Nach Stanislaus' Tod häuften sich die Wunderberichte, die von der Unversehrtheit seines Leibes bis hin zu Krankenheilungen und Totenerweckungen auf seine Fürbitte hin reichten. Die Jesuitennovizen sahen in Stanislaus schnell ihren heiligen Fürsprecher, in Polen wurde er bald nach seinem Tod mit Gebeten und Bitten, Weihen und Statuen verehrt. Angesichts der vielerorts bestehenden Verehrung, vielfach bezeugten Wundern sowie seiner christlichen Tugendhaftigkeit ließ die offizielle Kanonisation nicht lange auf sich warten. Stanislaus Kostka wurde 1670 selig und 1726 heilig gesprochen.
Caroline Schulke