28. Februar: Martin Bucer

Straßburg-Liebhaber stoßen irgendwann auf seine Spuren: Martin Bucer hat 25 Jahre in Straßburg gewirkt, zunächst als Pfarrer der Gärtnerzunft in St. Aurelien, dann in St. Thomas.

Bucer
Bucer
Foto: Archiv
Nahm sich „der Kirchen Mängel und Fehler“ zu Herzen und versuchte durch seine Schriften konstruktive Kritik zu leisten: Der Elsässer Reformator Martin Bucer.
Bucer stammte aus Schlettstadt, war dort in das Dominikanerkloster eingetreten und studierte in Heidelberg Theologie. Dort gehörte er zu denen, die den Hörsaal füllten, als Martin Luther im April 1518 seine Thesen verteidigte. Eine Bodenplatte auf dem Heidelberger Universitätsplatz erinnert noch heute daran. Für Martin Bucer war die Disputation so einschneidend, dass er anschließend sein Testament verfasste.


Das, was man im Herzen glaubt, zeigt sich im Tun, und Fehler, Missbräuche, Ungereimtheiten deuten darauf hin, dass dem Heiligen Geist nicht alle Türen geöffnet worden sind. Das gilt nach Bucer immer: für das Individuum, für die einzelne Pfarrgemeinde und für die ganze Kirche. Von seiner ersten Schrift mit dem Titel: „Dass niemand für sich selbst, sondern für andere leben soll" bis zu seiner Mitwirkung am Book of Common Prayer in England nach seiner Flucht aus dem durch kaiserliches Diktat wieder katholisch gewordenen Straßburg hat er für zwei Überzeugungen gelebt: dass es keinen Glauben gibt ohne den Heiligen Geist und dass das Zeichen für das Wirken des Geistes die Liebe ist.

So wurde Bucer der große Vermittler: Spuren vom Wirken des Geistes sah er auch bei seinen Gegnern und in der eigenen Kirche viel Lieblosigkeit. Natürlich sind für ihn Kritiker noch katholisch. Sie versuchen ja, den Maßstab Jesus Christus in Erinnerung zu rufen. Geschätzt werden sie deshalb nicht. Bucers Denkschrift „Von der Kirchen Mängel und Fehler und wie diese zu verbessern seien" wurde kommentarlos entgegengenommen.

Barbara Henze