28. Februar: Martin Bucer
Straßburg-Liebhaber stoßen irgendwann auf seine Spuren: Martin Bucer hat 25 Jahre in Straßburg gewirkt, zunächst als Pfarrer der Gärtnerzunft in St. Aurelien, dann in St. Thomas. Foto: Archiv
Nahm sich „der Kirchen Mängel und Fehler“ zu Herzen und versuchte durch seine Schriften konstruktive Kritik zu leisten: Der Elsässer Reformator Martin Bucer.
Das, was man im Herzen glaubt, zeigt sich im Tun, und Fehler, Missbräuche, Ungereimtheiten deuten darauf hin, dass dem Heiligen Geist nicht alle Türen geöffnet worden sind. Das gilt nach Bucer immer: für das Individuum, für die einzelne Pfarrgemeinde und für die ganze Kirche. Von seiner ersten Schrift mit dem Titel: „Dass niemand für sich selbst, sondern für andere leben soll" bis zu seiner Mitwirkung am Book of Common Prayer in England nach seiner Flucht aus dem durch kaiserliches Diktat wieder katholisch gewordenen Straßburg hat er für zwei Überzeugungen gelebt: dass es keinen Glauben gibt ohne den Heiligen Geist und dass das Zeichen für das Wirken des Geistes die Liebe ist.
So wurde Bucer der große Vermittler: Spuren vom Wirken des Geistes sah er auch bei seinen Gegnern und in der eigenen Kirche viel Lieblosigkeit. Natürlich sind für ihn Kritiker noch katholisch. Sie versuchen ja, den Maßstab Jesus Christus in Erinnerung zu rufen. Geschätzt werden sie deshalb nicht. Bucers Denkschrift „Von der Kirchen Mängel und Fehler und wie diese zu verbessern seien" wurde kommentarlos entgegengenommen.
Barbara Henze
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