10. März: Cläre Barwitzky

Cläre Barwitzky rettete 30 jüdische Kinder, die im Sommer 1943 für ein Jahr in den französischen Alpen versteckt wurden.

Barwitzky
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Foto: Archiv
Friedensbewegt und todesmutik in ihrem Einsatz für "ihre" Kinder: Cläre Barwitzky.
"Nun begann für uns ein unvergessliches Jahr voller Güte und Hinwendung zum anderen, Vertrauen, Liebe, Freude und schwesterlicher Zusammenarbeit. Ich kann keine andere Zeit in meinem Leben finden, die dieser vergleichbar wäre." So beschreibt Cläre Barwitzky die Rettung von 30 jüdischen Kindern, die im Sommer 1943 für ein Jahr in den französischen Alpen versteckt wurden.

Cläre Barwitzky wurde 1913 in Oberschlesien geboren. Ihren Wunsch Lehrerin zu werden musste sie aufgeben und ging nach ihrem Abitur als Sekretärin in eine Pfarrei nach Lyon. Dort schloss sie sich der deutsch-französischen Friedensbewegung "Gefährten des heiligen Franziskus" an.

1933 kehrte sie nach Deutschland zurück, und absolvierte in Freiburg eine zweijährige Ausbildung zur Seelsorgehelferin. Danach arbeitete sie in einer Gemeinde in den französischen Alpen, musste jedoch nach Kriegsbeginn ihre Stelle wechseln und arbeitete fortan, als Deutsche unerkannt, in einer Familienpflege-Einrichtung in Saint-Etienne an der Loire. 1943 wurden 30 jüdische Kinder, die in der Einrichtung versteckt worden waren, unter Aufsicht von Cläre Barwitzky in einem Sommerlager in den französischen Alpen bei Chamonix untergebracht, wo sie schließlich ein ganzes Jahr verbrachten.

Die anstrengende Aufgabe für die Kinder zu sorgen, wurde noch erschwert durch die psychische Anspannung, dass die wahre Identität der Kinder entdeckt werden könnte. Dennoch kümmerte sich Cläre Barwitzky hingebungsvoll um sie, tat alles, um ihnen etwas Heimat zu schenken. Nach Kriegsende kehrte sie nach Deutschland zurück und arbeitete weiterhin als Seelsorgehelferin in Leipzig, Saalfeld und zuletzt Meiningen, wo sie 1989 starb. 1991 wurde ihr der Ehrentitel "Gerechte unter den Völkern" posthum verliehen.

Anna-Patrizia Baxla