16. März: Aloysius Schwartz

Das vom Bruderkrieg erschütterte Korea sollte zum Ausgangspunkt des Wirkens von Pater Aloysius Schwartz werden.

Aloysius
Aloysius
Foto: privat
Aloysius Schwartz (1930–1992).
Korea 1957: Beide Teile der Halbinsel sind schwer gezeichnet vom vier Jahre zuvor beendeten Koreakrieg, der die bis heute andauernde Teilung Koreas zementierte. Bis zu drei Millionen Opfer waren zu beklagen, unzählige Kinder wurden zu Waisen. Das vom Bruderkrieg erschütterte Korea sollte zum Ausgangspunkt des Wirkens von Pater Aloysius Schwartz werden.

Geboren wurde Aloysius Schwartz am 18. September 1930 in Washington D.C. Früh entschied sich der Sohn deutschstämmiger Vorfahren, Priester zu werden und studierte in seiner Heimat und im belgischen Leuven Theologie. Im Dezember 1957, wenige Monate nach seiner Priesterweihe, beschloss er, als Seelsorger in das vom Krieg ausgezehrte Korea zu gehen. In Busan, der zweitgrößten Stadt Südkoreas, wirkte er in den Armenvierteln, organisierte ein Arbeitsprogramm für mehr als 3000 Slumbewohner und sammelte unermüdlich Spenden für seine Arbeit.

Ab 1966 wandte er sich den Straßenkindern zu - seine Lebensaufgabe. In Busan gründete er Wohnheime, Ambulanzen, Schulen und Werkstätten. Später wirkte er in Seoul, in Manila und gegen Ende seines Lebens im mexikanischen Chalco.

Schwartz, der mehrfach den Marathon gelaufen war, erkrankte 1989 an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), einer zum Tod führenden Nervenkrankheit. In seinem 1993 posthum erschienenen Buch "Killing me softly" beschreibt er eindrucksvoll seinen täglichen Kampf gegen die Krankheit, aber auch den Glauben als Lebensquelle. Sein Leiden verstand er als persönliche Nachfolge Jesu: "Wer immer diesen Schmerz und dieses Leiden erfährt, ist in Christus und Christus ist in ihm." Pater Schwartz starb am 16. März 1992 auf den Philippinen.

Heute betreut die von Aloysius Schwartz gegründete Kongregation der "Sisters of Mary" ("Die Schwestern Marias") die Einrichtungen in Asien und Lateinamerika. Ein deutscher Förderkreis mit Sitz in Ettlingen unterstützt die Schwestern bei ihrer Arbeit im Geiste von Pater Schwartz.

Valentin Schneider