8. März: Johannes von Gott

Bevor Johannes, der Ordensgründer der Barmherzigen Brüder, in selbstlosem Dienst an Armen und Kranken seine Berufung fand, hatte der Abenteurer eine wahre Odyssee durchlebt.

Johannes von Gott
Johannes von Gott
Foto: Bildlexikon der Heiligen, Pattloch
Johannes von Gott. Gemälde von Pedro de Raxis. Diese älteste und authentischs­te Darstellung des Ordensgründers befindet sich in Granada/Spanien.
Schon als Siebenjähriger riss er von zu Hause, Montemór o Novo bei Lissabon, wo er 1495 geboren wurde, aus und schlug sich als Hirte bei einem spanischen Gutsbesitzer in Oropesa durch. Er kämpfte als Soldat an der Seite der Habsburger gegen Frankreich und gegen die Türken in Ungarn.

Dass er zu mehr berufen war als wildem Herumtreiben, wurde ihm in dieser Zeit zwar bewusst, jedoch brachte ihm auch eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela keine Klarheit über seine Zukunft. So ließ er sich als Devotionalienhändler in Granada nieder. 1539 brachte schließlich die entscheidende Wende. Eine Bußpredigt des Johannes von Avila hatte ihn so sehr aufgewühlt, dass er schreiend durch die Straßen lief. Die Leute glaubten schließlich er sei besessen. Der berühmte Prediger indes erfuhr von dem Vorfall und suchte Johannes im Irrenhaus auf, um ihm die Beichte abzunehmen.

Nun begann Johannes sich der Krankenpflege zu widmen. 1540 gründete er ein Hospital, das er durch Sammeln von Almosen selbst finanzierte. Seine besondere Aufmerksamkeit galt den Obdachlosen, denen er erstmals kostenlose Asyle errichtete, sowie den Geisteskranken, denen er eine menschenwürdige Pflege zukommen lassen wollte. 1550 rettete er einen Jungen vor dem Ertrinken, starb aber selbst geschwächt durch seine harte Arbeit am 8. März an den Folgen der Rettung.

Den Brüdern, die sich dem "Bettler von Granada" anschlossen, hinterließ er eine Ordensregel. Auf diese Weise entstand einer der wenigen karitativen Männerorden.

Stefanie Schneider