15. Juni: Evelyn Underhill
Vor 70 Jahren starb eine große spirituelle Lehrerin und überzeugte Pazifistin, die ihre Landsleute noch in den Bombardements des „London Blitz", der Angriffe der deutschen Luftwaffe 1940/41, mit geistlichem Zuspruch aufgerichtet hatte.
Foto: Archiv
Segelte, schrieb, lehrte und betete: Die englische Mystikerin und Seelsorgerin Evelyn Underhill.
Inspiration fand Underhill nicht nur bei den christlichen mittelalterlichen Mystikern, hier besonders bei Jan van Ruysbroeck. Zusammen mit dem indischen Nobelpreisträger Rabindranath Tagore veröffentlichte sie Gedichte des hindu-muslimischen Mystikers Kabir. Durch Tagore erkannte sie die Wichtigkeit eines individuellen Führers auf dem geistigen Weg. Ihr persönlicher Lehrer wurde Baron Friedrich von Hügel, ein bedeutender katholischer Denker.
Das Wesen der Mystik erklärt Underhill als „das Ausstrecken der Seele hin zu jener Wirklichkeit, mit der sich Religion beschäftigt". Überzeugt davon, dass jeder diese Fähigkeit in sich trägt, lehrt sie, diese durch spirituelle Disziplin und besonders durch das Gebet zu kultivieren.
Maria Senoglu
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