21. Juli: Arbogast von Straßburg

Als Bischof von Straßburg hatte Arbogast im 6. Jahrhundert wesentlichen Anteil am Neuaufbau des kirchlichen Lebens nach der Völkerwanderzeit.

Arbogast gründete die erste Kathedrale der Stadt, den Vorgängerbau des heutigen Münsters. Da es damals Brauch war, Gründern von Kirchen den Heiligen-Titel zuzusprechen, rückte Arbogast bald zu einem Heiligen der Straßburger Kirche auf und wurde in einer reich ausgeschmückten Vita besungen.

Derzufolge hatte Arbogast vor seiner Ernennung zum Bischof im Forst von Hagenau als Einsiedler gelebt, woran bis heute eine „Arbogast-Eiche" erinnern soll. Sein größtes Wunder vollbrachte er, als er den auf der Jagd tödlich verunglückten Sohn des fränkischen Königs Dagobert wieder zum Leben erweckte. Zudem konnte er nach Ausführung des Kreuzzeichens trockenen Fußes Flüsse überqueren. Als er vermutlich 618 starb, ließ er sich auf dem Henkersbühl vor den Stadttoren neben Verbrechern begraben.

Arbogast wurde vor allem in den Kreisen der Straßburger Domgeistlichkeit verehrt, die ihm auch im 17. Jahrhundert den Titel „Patron der Diözese Straßburg" beilegte. Zu einem echten Volksheiligen mit dem Rufe eines Nothelfers brachte es der engagierte Bischof jedoch nie, so dass sein Kult außerhalb des Straßburger Bistumsgebiet selten ist.

Da aber die rechtsrheinischen Gebiete Straßburgs 1821 vom neu gegründeten Erzbistum Freiburg aufgenommen wurden, findet sich der heilige Arbogast auch in unserer Diözese, etwa in den Kirchenpatrozinien von Haslach im Kinzigtal und Kehl-Marlen sowie von Wallburg nahe Ettenheim, der ehemaligen badischen Residenz der Straßburger Bischöfe. Etwas versteckt verweisen auch der Ortsname Antogast im Renchtal, sowie die mittelbadischen Familiennamen „Gast", „Kast", „Kastele" und „Kästle" auf die Straßburger Tradition innerhalb des Erzbistums Freiburg.

Daniel Gaschick