23. Juli: Birgitta von Schweden
Acht Kinder hat sie geboren und großgezogen, viel Energie hat sie in die Erziehung gesteckt: Birgitta von Schweden (1303–1373) – eine der wenigen heilig gesprochenen Mütter und Ehefrauen.Birgitta war eine hohe schwedische Adlige. Mit 11 Jahren schon verlor sie ihre Mutter, drei Jahre später wurde sie mit dem 18jährigen Amtmann Ulf Gudmarsson, einem „guten, frommen, rechtschaffenen Mann", verheiratet. Ähnlich wie bei Elisabeth von Thüringen war Birgittas Ehe mit Ulf sehr glücklich; gleiche Interessen und ein starker Glaube verbanden sie miteinander. Große Bewunderung erntete Birgitta für ihre vorbildliche Lebensweise und all das, was sie in der Kindererziehung leistete.
Einer der Höhepunkte und gleichzeitig ein Wendepunkt in ihrem Leben war die gemeinsame Wallfahrt der Eheleute nach Santiago de Compostela 1341 bis 1343. Nach der Rückkehr trat Ulf in ein Zisterzienserkloster ein, starb dort aber schon ein Jahr später. Birgitta, so früh schon zur Witwe geworden, weihte sich darauf selbst einem klösterlichen Leben und gründete den nach ihr benannten Birgittenorden. Bekannt geworden ist sie durch ihre zahlreichen Visionen, die sie in altschwedischer Sprache niederschreiben ließ. Christus selbst habe sie seine „Braut" genannt und ihr die Regel für ihren Orden diktiert. Als sie mutige Zeitkritik äußerte und beispielsweise die schlimmen Zustände im damaligen Rom anprangerte, versicherte sie, das alles sei ihr eingegeben worden.
Nicht von allen Zeitgenossen wurden ihre Visionen als Zeichen von Heiligkeit aufgefasst. Man warf ihr vor, sie hätte alles nur geträumt, sich eingebildet oder erfunden. Der schwedische König soll öfters misstrauisch gefragt haben: „Was mag sie heute Nacht wohl wieder geträumt haben?" Doch ihre Verehrer setzten sich durch, und schon 1391 wurde Birgitta heilig gesprochen; ihre (später auch heilig gesprochene) Tochter Katharina hatte sich sehr dafür eingesetzt. 1999 ernannte Papst Johannes Paul II. die vorbildliche Familienmutter und mystische Visionärin zur Patronin Europas.
Claudius Heitz
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