24. Juli: Christina Mirabilis
Wenn auch diese Heilige nicht mehr zu den bekanntesten zählt, so wurde sie doch jüngst durch den Song „Christina The Astonishing" von Nick Cave populär und damit unterstrichen, dass ihre wundersame Existenz bis heute faszinieren kann.Zahlreiche bedeutende Frauen des Mittelalters sind bis heute unbekannt geblieben, da ihnen oftmals die nötige „Stimme" fehlte, um das eigene Wirken der Nachwelt zu überliefern.
Allerdings gab es die Möglichkeit, dass sich Geistliche dieser Frauenpersönlichkeiten annahmen und deren Leben verschriftlichten – wenn aus ihnen etwas „Verwertbares" hervorging. So auch bei der heiligen Christina Mirabilis (lateinisch: „die Wunderbare"): Was wir über sie und ihr wundertätiges Wirken im 12. und 13. Jahrhundert wissen, stammt hauptsächlich aus der Vita Christinae des Theologen und Hagiografen Thomas von Cantimpré.
Seiner Feder nach musste sich die um 1150 in Brustem (Belgien) geborene Christina bereits mit 15 Jahren als Waise selbst um ihren Lebensunterhalt bemühen. Nach mehreren religiös-visionären Erlebnissen fühlte sie sich dazu berufen, für die armen Seelen und sündigen Menschen einzutreten und durch eigenes Büßen deren Schuld zu tilgen. Sie zog nach St. Trond und lebte dort als Begine, das heißt in einer kloster-ähnlichen Frauengemeinschaft, ohne jedoch ein Ordensgelübde abgelegt zu haben.
Ihr Einsatz für die Sünder ihrer Umwelt muss mitunter sonderbare bis extreme Züge angenommen haben. Dennoch boten ihr Wirken und insbesondere die tendenziös verfasste Vita die Gelegenheit, sie für die langsam sich entwickelnde Lehre vom Fegefeuer zu benutzen. Denn der Schrift Cantimprés nach soll sie bereits 1172 gestorben, dann jedoch über eine Reise durch drei jenseitige Orte ins Diesseits zurückgekehrt sein – ein Beweis für die Existenz des Läuterungsortes.
Wenn auch diese Heilige nicht mehr zu den bekanntesten zählt, so wurde sie doch jüngst durch den Song „Christina The Astonishing" von Nick Cave populär und damit unterstrichen, dass ihre wundersame Existenz bis heute faszinieren kann.
Mareike Hartmann
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