16. November: Augustin Bea

Augustin Bea, 1881 in Riedböhringen auf der Baar geboren, einziger Sohn eines Zimmermanns. Die Liebe zum Glauben und zur Kirche wird ihm in die Wiege gelegt.

Ein außerordentlich liebenswürdiger und freundlicher Mensch sei er gewesen, bemerkt ein ehemaliger Student, zugleich aber höchst distanziert.

Augustin Bea
Augustin Bea
Foto: KNA-Bild
Arbeiter für die Ökumene: Als erster Präsident des „Einheitssekretariates“ wirkte Kardinal Augustin Bea auf dem Zweiten Vatikanum.
Jemand eben, der von Jugend an sein Leben in den Dienst einer größeren Aufgabe stellt: Augustin Bea, 1881 in Riedböhringen auf der Baar geboren, einziger Sohn eines Zimmermanns. Die Liebe zum Glauben und zur Kirche wird ihm in die Wiege gelegt. Nach dem Theologiestudium in Freiburg tritt er mit 21 Jahren in Holland dem damals in Baden verbotenen Jesuitenorden bei. Dort wird er zum Priester geweiht, lehrt als Professor für alttestamentliche Exegese in Valkenburg, wird Provinzial der neuen Oberdeutschen Ordensprovinz in München.

1924 übernimmt er die Professur für Bibelwissenschaft an der Päpstlichen Universität Gregoriana, wird in die päpstliche Liturgiekommission berufen und Beichtvater von Pius XII. Johannes XXIII. ernennt den nunmehr 78-Jährigen zum Kardinal.

Ein arbeitsames Leben geht mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil seinem Höhepunkt entgegen: Als erster Präsident des Sekretariats für die Einheit der Christen gestaltet Bea den ökumenischen Charakter des Konzils mit. Sein Besuch bei Patriarch Athenagoras befördert die Aufhebung der Bannbullen zwischen Rom und Konstantinopel. Federführend ist Bea auch an der „Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen" beteiligt. Besonders am Herzen liegt ihm dabei die Aussöhnung mit dem jüdischen Volk.

Im Tod ist der Sohn Riedböhringens, der in der Fremde groß wurde, heimgekehrt. Er liegt neben seinen Eltern in der Gruft der Pfarrkirche begraben. Die Gemeinde hat ihm im Elternhaus ein Museum eingerichtet, Obstbaumzüchter haben eine Apfelsorte nach ihm benannt: Der „Kardinal Bea" ist purpurrot und schmeckt süß-säuerlich.

Maria Senoglur