5. August: Katharina Katzenmaier

„Vom KZ ins Kloster" lautet der Titel der autobiografischen Aufzeichnungen von Katharina Katzenmaier. Die gebu?rtige Heppenheimerin(Jahrgang 1918) endetdarin mit dem Satz: „Wichtig ist es, der Jugend eine bessere Zukunft zu weisen."

Dieser Einsatz fu?r die jungen Menschen bis ins hohe Alter begann nicht erst als Zeitzeugin in vielen Gesprächen und Vorträgen nach Ende des Krieges und ihrem Eintritt 1949 ins Kloster St. Lioba, Freiburg (Ordensname: Sr. Theodolinde). Dass sie die jungen Leute im Religionsunterricht ernst nahm, sich ihren Fragen und Unsicherheiten in den Kriegsjahren stellte, fu?hrte dazu, dass die damals 25-Jährige 1943 in Pü?ttlingen verleumdet, verhaftet und schließlich in die Qualen des KZ Ravensbrü?ck verfrachtet wurde.

Katzenmaier begann nach ihrer Schulausbildung bei den Englischen Fräulein in Bensheim zunächst eine Ausbildung als medizinische Assistentin, um ihrem Berufswunsch Missionsärztin näherzukommen. Irritiert durch Erlebnisse an den Sterbebetten verwundeter Soldaten, entschied sie sich inmitten des Krieges, mehr fu?r die Seele als fu?r den Leib zu sorgen. Im Freiburger „Seminar fu?r Seelsorgehilfe", Vorläufer des heutigen Margarete Ruckmich Hauses, absolvierte sie die diözesanü?bergreifende Ausbildung zurSeelsorgshelferin. 1942 trat sie ihre erste Stelle in Pü?ttlingen an.

Katzenmaier
Katzenmaier
Foto: Archiv

In ihren Aufzeichnungen wird deutlich, wie sie inmitten des Leidens im Lagerleben und des anschließenden Todesmarsches zu zweifeln beginnt: Existiert Gott? Wieso diese Unmenschlichkeit? Gleichzeitig findet Katharina wie viele ihrer Leidensgenossinnen Trost und Halt im (verbotenen) Gebet, in religiösen Gesprächen und im tätigen Tun und Empfangen von Nächstenliebe. Und dankt Gott, diese Zeit u?berstanden zu haben. Sie starb am 5. August 2000 in Mannheim.

Katrin Gallegos Sánchez