11. August: Klara von Assisi
Beim Stichwort „Assisi" wird meist nur an den heiligen Franziskus gedacht, den Begründer der radikal gedachten, franziskanischen Armutsbewegung. Man vergisst dabei oft die heilige Klara, die sich dieser Gemeinschaft anschloss und wie jener das Armutsideal und eine intensive Nachfolge Christi ohne Kompromisse und überzeugt lebte.Und das, obwohl es für Frauen im 13. Jahrhundert ungleich schwerer war, sich aus dem Familienverband zu lösen, selbstständig eigene Wege zu gehen und auf jeglichen Besitz und Annehmlichkeiten zu verzichten.
Die 1194 geborene Klara – mit bürgerlichem Namen Chiara dei Scifi – stammte aus adeligem Hause. Nachdem sie dem zwölf Jahre älteren Franz von Assisi begegnet war, floh sie 1212 zu ihm in die „Zelle" des Franziskanerordens, zur kleinen Kirche Portiunkula, wo er sich mit seinen Brüdern bevorzugt aufhielt. Franz akzeptierte Klara, die sich mutig und bewusst der Armutsbewegung angeschlossen hatte, und nahm sie in seine Gemeinschaft auf.
Foto: Bildlexikon der Heiligen, Pattloch
Tochter aus adeligem Hause, mutige Gefährtin des Franziskus und Ordensgründerin: Klara von Assisi.
Allerdings konnte eine Frau zu damaliger Zeit nicht allein und frei umherziehen, weshalb Klara sich bei San Damiano niederließ, das zum Kloster ausgebaut wurde. Dort lebte sie bis zu ihrem Tode in Klausur. Als Äbtissin des ersten Klarissenordens bemühte sie sich um eine eigene Ordenregel und versuchte, kämpferisch und ohne Unterlass, dafür die päpstliche Approbation zu erhalten. Erst wenige Tage vor ihrem Tode, am 9. August 1253, wurde sie von Innozenz IV. bestätigt.
Mit Klara, die bereits zwei Jahre später heilig gesprochen wurde, kann auf eine tapfere und entschlossene Frauengestalt verwiesen werden, die alle Beschwernisse und Anfeindungen auf sich nahm, um ihren Glauben bewusst zu gestalten und für die Nachwelt einen gangbaren Weg aufzuzeigen.
|
|
nächster Artikel |