23. August: Rosa von Lima

Die 1671 durch Papst Klemens X. heilig gesprochene Rosa von Lima war die erste Heilige der lateinamerikanischen Kirche, „die erste Blüte der Heiligkeit Südamerikas". Sie wird jedoch weit über Südamerika hinaus, zum Beispiel auch in Europa, hochverehrt.

Als Isabella Flores wurde sie am 20. April 1586 in Lima geboren. Den Beinamen Rosa erhielt sie, weil ihrer Mutter eine blühende Rose über ihrer Wiege schwebend erschienen sein soll. Die Rose, Symbol der Liebe, steht für ihr Leben: Hingebungsvoll kümmerte sie sich um Arme und Kranke; vor allem aber suchte sie durch eigenes Leid die Sünden ihrer Mitmenschen zu sühnen.

Sie unterzog sich schwersten Kasteiungen und Bußübungen, aß und schlief kaum und lebte – geprägt von den durch diese Entbehrungen begünstigten mystischen Erfahrungen –  bis zu ihrem Tod am 24. August 1617 in einer Bretterhütte im Garten ihrer Eltern. Dort steht noch heute ein Brunnen, in den jährlich Tausende von Pilgern Bittbriefe an die Heilige werfen.

Rosa
Rosa
Foto: Archiv
Rosa von Lima wird gerne mit Hasen – wie auch auf unserem Bild rechts – dargestellt: Hasen als Symbol der Auferstehung.
Verehrt wird Rosa auch in Werken der bildenden Kunst, wo sie häufig zusammen mit Rosen, dem Jesuskind und/oder einem Hasen dargestellt wird (der Hase, der angeblich mit offenen Augen – also gar nicht – schläft, ist Symbol für den Auferstandenen, der nie mehr „entschläft").

Wie ihr großes Vorbild Katharina von Siena war Rosa Dominikanerin. Diesem Orden, der sich von Peru aus über ganz Südamerika ausbreitete, entstammten die ersten Missionare des Kontinents. Ganz in der Tradition dieses Ordens stand auch die scharfe, noch heute gültige, Kritik der Heiligen an den Greueltaten der spanischen Eroberer, die sich sogar weigerten, die Ureinwohner Südamerikas als menschliche Wesen anzuerkennen.

Melanie Bloß