25. August: Ludwig der Heilige

Sein Lebensstil war äußerst asketisch, er galt als vorbildlicher Herrscher, der das Wohl der Kirche und besonders der Ordensgemeinschaften in seinem Lande stets im Auge hatte, und vor allem war Ludwig ein frommer König.

Keine 30 Jahre liegen zwischen dem Tod des französischen Königs Ludwig IX. (1214–1270) und seiner Heiligsprechung (1297). Dass es so schnell ging, lag am Engagement der französischen Königsfamilie, denn Ludwig schien der ideale Kandidat für einen Königsheiligen zu sein: Sein Lebensstil war äußerst asketisch, er galt als vorbildlicher Herrscher, der das Wohl der Kirche und besonders der Ordensgemeinschaften in seinem Lande stets im Auge hatte, und vor allem war Ludwig ein frommer König.

Das zeigte sich, als es ihm gelang, die (angebliche echte) Dornenkrone Christi zu erwerben und nach Paris zu schaffen. Er nutzte die Gunst der Stunde und die Geldnot des (lateinischen) Kaisers von Konstantinopel, wo die kostbare Reliquie aufbewahrt wurde.

Ludwig
Ludwig
Foto: Bildlexikon der Heiligen, Pattloch
Ludwig IX. verehrt die Passionsreliquien, die er von Konstantinopel erwarb.

Zu dieser Zeit, in der das Leiden und Sterben Christi in den Mittelpunkt christlicher Frömmigkeit trat und der Erlöser den Menschen in ihrem eigenen Leid besonders nahe schien, waren solche Passionsreliquien beson­ders gefragt. 1239 kam die Dornenkrone in feierlichem Zug in der franzö­sischen Hauptstadt an. Ludwig ließ für ihre Aufbewahrung eigens eine neue Kapelle errichten: Die Sainte-Chapelle, ein Meisterwerk gotischer Baukunst.

Als Krönung seiner Frömmigkeit – und für Ludwig wie für viele Leute damals durchaus nicht im Widerspruch dazu – betrachteten viele Zeitgenossen seinen Entschluss, auf Kreuzzug zu gehen. Die heiligen Stätten, an denen Christus gelitten hatte und gestorben war, wollte er der Christenheit zurückerobern: durch Krieg und Gewalt. 1248 zog er mit seinem Heer los, erlitt aber zwei Jahre später eine Niederlage.

Die Kreuzzugsidee ließ ihn nicht mehr los, und so brach er 1270 ein zweites Mal auf. Doch auch diesem Unternehmen war kein Erfolg beschieden, es endete katastrophal: Vor Tunis wurden   der König und ein großer Teil seiner Ritter von einer Seuche dahingerafft. Als Vorbild eines christlichen Fürsten und königlicher Kreuzfahrer wurde Ludwig heilig gesprochen, bald darauf endete die unselige Zeit der Kreuzzüge.

Claudius Heitz