1. September: Verena
Verenas Grabstätte in Zurzach im Schweizer Kanton Aargau war im Mittelalter einer der wichtigsten Wallfahrtsorte des Landes und wird nach wie vor von vielen Pilgern aufgesucht.Die möglicherweise um 300 in Ägypten geborene Heilige wird dem Umfeld der so genannten Thebaischen Legion des römischen Heeres zugeordnet: einer Gruppe von Soldaten christlichen Glaubens, die bei Acaunum (Saint-Maurice, Kanton Wallis) als Märtyrer starben, weil sie es abgelehnt hatten, sich an Christenverfolgungen und heidnischen Kulthandlungen zu beteiligen.
Der Legende zufolge gehörte Verena einem anderen Truppenteil der Legion an und soll zu den Gräbern der Märtyrer gepilgert sein. Auf diesem Weg kam sie in die nördliche Schweiz und hielt sich dem Bericht zufolge zunächst in einer Schlucht bei Solothurn auf. Später sei die junge Christin in den römischen Kastellort Tenedo (Zurzach) gekommen, wo sie bis zu ihrem Tod um 350 lebte.
Foto: Bildlexikon der Heiligen, Pattloch
Das Armreliquiar der Verena im Zurzacher Münster. Der Kamm, der von Daumen und Zeigefinger gehalten wird, gehört zu den Attributen der Heiligen.
Durch ihr missionarisches Wirken trug Verena maßgeblich zur Verbreitung des christlichen Glaubens unter den Alemannen bei. Daneben machte sie sich in Zurzach aber auch als Wohltäterin verdient, indem sie sich selbstlos um Arme und Kranke kümmerte.
Über Verenas Grab wurde in Zurzach vermutlich schon im 5. Jahrhundert eine Gedächtniskirche errichtet. Um 740/50 entstand neben dem Gotteshaus ein Benediktinerkloster, dessen Angehörige die wachsende Zahl von Pilgern betreuten.
Verena gilt unter anderem als Patronin für Kindersegen. Als solche wurde sie seit dem 10. Jahrhundert auch von Mitgliedern des schwäbischen Herzogshauses sowie von Vertretern der Häuser Habsburg und Neuenburg an ihrem Grab angerufen.
|
|
nächster Artikel |