29. September: Johannes von Dukla

Es ist eine Frage für jeden Christen, wie sich in seinem Leben Tätigkeit und Gebet verbinden lassen. Darum hat auch einer der meistverehrten Kirchenmänner Polens gerungen.

Dukla
Dukla
Foto: Archiv
Rückzug zum Gebet: Der polnische Franziskaner Johannes von Dukla.
Johannes wurde 1414 in Dukla geboren, einem Ort in den Karpaten, im Süden Polens. Soweit bekannt, studierte er in Krakau und lebte dann länger als Einsiedler in den Wäldern um seine Heimatstadt, weil es ihn zum Klosterleben hinzog.

Mit etwa 23 Jahren trat er in den Franziskanerorden ein und war schließlich als Guardian und Oberer des Klosters im damals ostpolnischen Lemberg tätig. Er stand in der – heute nicht mehr vorstellbaren – Missionsarbeit zur Bekehrung russisch-orthodoxer Ostslawen zur katholischen Kirche, war Prediger für die deutschen Einwohner und Mitglied einer Kommission, die die Lasten der Einwohner eines Klosterdorfes lindern sollte.

Mit knapp 50 Jahren gab er seinem Leben eine Wende. Er beendete alle bisherigen Tätigkeiten und schloss sich dem strengeren Zweig des Franziskanerordens an, den Minderbrüdern Observanten, die in Polen Bernhardinermönche genannt wurden. Dort suchte er Ruhe und Zurückgezogenheit. Einsam wurde er freilich nicht. Zu den mitreißenden Predigten des begabten Beichtvaters und großen Marienverehrers kamen regelmäßig hunderte Menschen. In der Freizeit arbeitete er im Garten und in der Küche, ganze Nächte verbrachte er im Gebet.

Johannes von Dukla starb erblindet am 29. September 1484. Unmittelbar nach seinem Tod begann seine Verehrung. In verschiedenen Nöten, zum Beispiel im Krieg, wurde er angerufen. Ein halbes Jahrtausend später, 1997, sprach ihn Papst Johannes Paul II. heilig. Seine Reliquien befinden sich heute in seiner Heimatstadt.

Patrizia Baxla