28. September: Albino Luciani
Nach nur drei Wahlgängen zeigte am 26. August 1978 weißer Rauch die Wahl Albino Lucianis zum neuen Papst an. Mit gewinnendem Lächeln blickte ein Mann vom Balkon des Petersdoms, der am liebsten Dorfpfarrer geworden wäre.
Foto: KNA-Bild
So kurz das Pontifikat, so zahlreich die Namen: Johannes Paul I. wurde auch als „Lächelnder“, „Seelsorge-“, „Bauern-“ und „33-Tage-Papst“ betitelt.
Jetzt stellte der 66-Jährige auch seinen Pontifikat unter das Leitwort „Demut". Unkonventionell wie seine Namenswahl waren die Zeichen, die Johannes Paul I. in den folgenden Tagen setzte. Er verzichtet auf die Krönung, predigt im „Dialog" mit einem Ministranten, redet mit Schweizergardisten. Gleichzeitig leidet er unter Vereinsamung, was die begeisterte Öffentlichkeit übersieht.
Kritiker hingegen stören Sprache, Anteilnahme und Stil. Der „Bauernpapst" scheint manchem Intellektuellen zu wenig gebildet, obwohl er aus einem bemerkenswerten Zitatenschatz der Weltliteratur schöpft. Sie zu überzeugen, fehlt die Zeit: Bereits nach 33 Tage erschüttert die Nachricht vom plötzlichen Tod des „Papa Luciani" die Welt.
Doch die Hoffnung, dass das, was in seinem Pontifikat „kometenhaft aufgeleuchtet" habe, ein zukunftweisendes Zeichen sei, erfüllt die Trauernden. Kürzlich wurde die diözesane Phase des Seligsprechungsprozesses abgeschlossen, weniger beachtet als bei seinem Nachfolger und Namensvetter, bescheiden, so wie auch Albino Luciani war.
Katrin de Oliveira Gomes
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