7. Oktober: Thaddäus Rinderle
Pater Thaddäus Rinderle (geb. 1748 als Matthias Rinderle in Staufen) passte so gar nicht in das schlechte Bild, das aufgeklärte Zeitgenossen sich vom angeblich unwissenden Mönchtum machten. Im Kloster St. Peter hatte er eine umfassende Bildung und handwerkliche Fähigkeiten erworben, die er durch mathematische Studien in Salzburg vervollkommnen konnte.Foto: Wolfgang Volk, Berlin
Das Grab von Thaddäus Rinderle befindet sich auf dem Alten Friedhof in Freiburg. Auf dem Grabstein ist ein Globus mit umlaufenden Äquator.
Das Glanzstück des „Uhrenpaters" ist seine heute im Furtwangener Uhrenmuseum aufbewahrte astronomisch-geografische Uhr. Eine Uhr, die neben der Uhrzeit auch die Kalenderheiligen sowie die Dauer von Tag und Nacht auf allen wichtigen Punkten der Erde, Anfang und Ende aller Mond- und Sonnenfinsternisse und Lauf der nördlichen Gestirne anzeigt. Darüber hinaus lassen sich zeitmaschinengleich die astronomischen Verhältnisse vergangener und zukünftiger Zeiten bestimmen.
Rinderles Klosterzelle wurde zur Uhrenwerkstatt, auch Globen, eine Rechenmaschine, ein Spindelbohrer, Nivelliergeräte, eine Feuerspritze, ein Messtisch und allerlei optische Werkzeuge entstanden hier. Der Ruf des findigen Mönches drang an die Freiburger Universität, die Pater Thaddäus 1787 auf den Lehrstuhl für angewandte Mathematik berief, wo er in Ordenstracht in den Folgejahren in Hörsälen und auf Exkursionen exzellente Lehre betrieb.
Seine Beziehungen zum Kloster St. Peter, seine fromme Grundhaltung und seine Liebe zu den Uhren hat er stets beibehalten. Sein Lebensende interpretierte er als „Ablaufen einer Uhr, welche man wieder aufzieht" und sein Grabstein benennt die Grenzen aller Mathematik: „Vieles hat er bestimmt mit Ziffer und Buchstab', aber die Stunde des Todes bleibt unbekannter als x." Für Thaddäus Rinderle lief die Uhr des irdischen Lebens am 7. Oktober 1824 ab.
Daniel Gaschick
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