24. Oktober: Maria-Luise Thurmair-Mumelter

Allsonntäglich erklingen zwischen Alpen und Nordsee Lieder mit Texten von Maria-LuiseThurmair-Mumelter (geb. 1912). „Dank sei Dir Vater für das ew'ge Leben" oder „Der Geist des Herrn erfüllt das All" stammen zum Beispiel aus ihrer Feder.

Thurmair
Thurmair
Foto: privat
Maria-Luise Thurmair-Mumelter (1912–2005).
Sie wollte zeitlebens mit all ihren Talenten „dem WORT dienen". Die gebürtige Südtirolerin verlor früh ihre Heimat. Zwangsweise emigrierte die Familie nach Innsbruck. Dort wuchs Maria-Luise in die Jugendbewegung hinein und leistete politischen Widerstand gegen den Faschismus.

Während der NS-Jahre hörte sie neben dem Germanistik- und Geschichtsstudium Vorlesungen in Liturgik. Begeistert schloss sie sich der Liturgischen Bewegung an. Erste Liedtexte entstanden, gedichtet auf bekannte Melodien. Manche katholischen Kreise betrachteten diese – aus der evangelischen Kirchenmusik bekannte – Praxis mit Argwohn. Andere baten um die Mithilfe der mittlerweile promovierten Historikerin. So wirkte sie während des Krieges am Innsbrucker „Gotteslob" mit, lernte ihren Ehemann – den Dichter Georg Thurmair – kennen und beide beteiligten sich am „Kirchenlied", einem Vorläufer zum ersten „Gotteslob". An dessen heutiger Gestalt arbeitete M.-L. Thurmair jahrelang in zahlreichen Kommissionen, oft als einzige Frau, mit. Manchmal schrieb sie für die Kommissionsarbeit aus Mangel an Alternativen eigene Liedtexte für spezielle Anlässe.

Als Eheleute engagierten sich beide Thurmairs in der Münchner Ehe- und Familienpastoral. Überhaupt war Maria-Luise ein Familienmensch. „Gut zuhören konnte sie", sagen ihre sechs Kinder. Etwas von dem Erlauschten hat sie in dem Buch „Fünf Paar Kinderschuhe" veröffentlicht. 2005 starb die bescheidene Pionierin nach längerer Krankheit. Nicht all ihre Liedtexte (und deren Vertonungen) sind unumstritten, mit anderen aber ist sie bleibende „Stimme der Gemeinde" geworden.

Katrin Gallegos Sánchez