Gebet mit Folgen
27.10.2026 |
So ist zunächst nichts daran auszusetzen, dass mehrere katholische US-Bischöfe einer Einladung des Büros für Glaubensfragen des Weißen Hauses folgten, um etwa über Migrations- und Sozialpolitik, Reproduktionsmedizin oder die Unterstützung von Bildungseinrichtungen ins Gespräch zu kommen. Denn deshalb seien sie eingeladen worden, lautete die rechtfertigende Stellungnahme der Bischöfe nach dem Treffen.
Dass die Einladung kurz vor den wichtigen „Midterms“, also den Zwischenwahlen erfolgte, die wegweisend sind für die weitere Amtszeit von US-Präsident Donald Trump, hätte die Kirchenmänner freilich misstrauisch stimmen müssen. Allzu groß war das Risiko, in den aktuellen Wahlkampf hineingezogen zu werden. Zumal in Zeiten einer Präsidentschaft, die Desinformation und Manipulation zum alltäglichen Regierungshandeln gemacht hat.
So war es auch in diesem Fall, bei dem es nicht um Dialog ging, sondern um öffentlichkeitswirksames Bild- und Videomaterial: Schaut her, wie katholische Bischöfe für den US-Präsidenten beten! Nach der heftigen Kritik, die diesen Betern nun nicht nur aus dem Vatikan, sondern auch von Gläubigen entgegenschlug, entschuldigten sich die US-Bischöfe zwar für ihre Naivität. Zweifel jedoch bleiben – mindestens daran, wie geeignet sie für ihr verantwortungsvolles Kirchenamt sind. Denvers Erzbischof James R. Golk hatte in seinem Gebet Gott unter anderem „für das Geschenk unserer Regierung“, „für das Geschenk dieses Amtes und dieser Präsidentschaft“ gedankt.
Die mutigen Predigtworte von Bischöfin Mariann Edgar Budde zur Amtseinführung des US-Präsidenten kommen da wieder in den Sinn. Sie schloss damals mit den Worten: „Möge Gott uns allen die Kraft und den Mut verleihen, die Würde jedes Menschen zu achten, die Wahrheit in Liebe zu sagen und demütig miteinander und mit unserem Gott unseren Lebensweg zu gehen, zum Wohle aller Menschen in dieser Nation und auf der ganzen Welt.“ Auch mit diesem Gebet im Rücken Trumps hätten es die US-Bischöfe wohl in die Schlagzeilen geschafft – aber ihr Gesicht gewahrt.
Nach dem Treffen von US-Bischöfen mit Donald Trump
Kirchen sind machtvolle Institutionen, das wissen auch Regierungschefs. Und so tun sie in der Regel gut daran, sich gut mit jenen zu stellen, die an der Spitze der Gläubigen stehen. Gleiches gilt natürlich auch andersherum. Denn gerade im Hinblick auf ethische und caritative Themen ist es auch im Interesse der Kirchen, Einfluss auf politische Entscheider zu nehmen – für die eigene gute Sache.
So ist zunächst nichts daran auszusetzen, dass mehrere katholische US-Bischöfe einer Einladung des Büros für Glaubensfragen des Weißen Hauses folgten, um etwa über Migrations- und Sozialpolitik, Reproduktionsmedizin oder die Unterstützung von Bildungseinrichtungen ins Gespräch zu kommen. Denn deshalb seien sie eingeladen worden, lautete die rechtfertigende Stellungnahme der Bischöfe nach dem Treffen.
Allzu groß das Risiko, in den Wahlkampf hineingezogen zu werden
Dass die Einladung kurz vor den wichtigen „Midterms“, also den Zwischenwahlen erfolgte, die wegweisend sind für die weitere Amtszeit von US-Präsident Donald Trump, hätte die Kirchenmänner freilich misstrauisch stimmen müssen. Allzu groß war das Risiko, in den aktuellen Wahlkampf hineingezogen zu werden. Zumal in Zeiten einer Präsidentschaft, die Desinformation und Manipulation zum alltäglichen Regierungshandeln gemacht hat.
So war es auch in diesem Fall, bei dem es nicht um Dialog ging, sondern um öffentlichkeitswirksames Bild- und Videomaterial: Schaut her, wie katholische Bischöfe für den US-Präsidenten beten! Nach der heftigen Kritik, die diesen Betern nun nicht nur aus dem Vatikan, sondern auch von Gläubigen entgegenschlug, entschuldigten sich die US-Bischöfe zwar für ihre Naivität. Zweifel jedoch bleiben – mindestens daran, wie geeignet sie für ihr verantwortungsvolles Kirchenamt sind. Denvers Erzbischof James R. Golk hatte in seinem Gebet Gott unter anderem „für das Geschenk unserer Regierung“, „für das Geschenk dieses Amtes und dieser Präsidentschaft“ gedankt.
Die mutigen Predigtworte von Bischöfin Mariann Edgar Budde zur Amtseinführung des US-Präsidenten kommen da wieder in den Sinn. Sie schloss damals mit den Worten: „Möge Gott uns allen die Kraft und den Mut verleihen, die Würde jedes Menschen zu achten, die Wahrheit in Liebe zu sagen und demütig miteinander und mit unserem Gott unseren Lebensweg zu gehen, zum Wohle aller Menschen in dieser Nation und auf der ganzen Welt.“ Auch mit diesem Gebet im Rücken Trumps hätten es die US-Bischöfe wohl in die Schlagzeilen geschafft – aber ihr Gesicht gewahrt.
Kirsten Zimmerer