Erzbistum Freiburg feiert 2027 sein 200-Jahr-Jubiläum

04.11.2026 |

Unter dem Motto "Erinnern - Feiern - Zukunft gestalten" feiert das Erzbistum Freiburg 2027 seine Gründung vor genau 200 Jahren. Und das Konradsblatt steuert ein eigenes 100-Seiten-Magazin bei, das die schönsten Seiten der Diözese präsentiert. 

2027 feiert das Erzbistum Freiburg sein 200-jähriges Bestehen – mit vielfältigen Veranstaltungen unter dem Motto „Erinnern – Feiern – Zukunft gestalten“.
 
Inmitten von Umbrüchen und Zukunftsdebatten feiert das Erzbistum Freiburg 2027 seine Gründung vor 200 Jahren: mit dem zentralen Festgottesdienst im August im Freiburger Münster. Aber vor allem mit über das gesamte Jubiläumsjahr verteilten, dezentralen Veranstaltungen. „Ein kirchliches Jubiläum kann und darf in der heutigen Zeit nicht die Selbstbespiegelung einer Institution sein", sagt Erzbischof Stephan Burger. Christen seien nicht angehalten, ein Museum zu hüten, sondern einen blühenden Garten zu pflegen. 200 Jahre Erzbistum Freiburg bedeute unzählige Geschichten von Menschen, die "aus ihrem Glauben heraus Hoffnung geschöpft und Verantwortung für ihre Nächsten übernommen haben".
 
"Reiseziel Heimat" lädt zum Erkunden ein
 
 Das Magazin "Reiseziel Heimat", das vom Konradsblatt herausgegeben wird, widmet sich ganz dem Erzbistum. Autorinnen und Autoren haben sich auf Entdeckungsreise ins Freiburger Münster begeben, sind um den Mummelsee und durch Wertheim spaziert, haben die Benediktiner im Kloster Beuron besucht und waren unterwegs auf einem Kapellenweg im Schwarzwald. Ergänzt werden die Reisereportagen durch Empfehlungen, welche Ausstellungen und Aussichtstürme 
in Baden einen Besuch lohnen – außerdem durch ein umfangreiches Kalendarium mit einer Vorschau auf das Jubiläumsjahr „200 Jahre Erzbistum Freiburg“. 
 
Vielfalt statt eines zentralen Festakts 
 
Statt eines zentralen Festakts will das Jubiläumsprogramm an vielen Orten die in der katholischen Kirche engagierten Menschen einbeziehen. Also wird es unter dem Jubiläumsmotto "Erinnern - Feiern - Zukunft gestalten" zwischen Bodensee und Odenwald, im Schwarzwald und der Rhein-Neckar-Region viele verschiedene Formate geben. Bei der 72-Stunden-Aktion setzen Jugendgruppen kleine Bau- oder Sozialprojekte um. Im Juni gibt es ein großes Chortreffen. Im Freiburger Münsterforum stellt das Kunstprojekt "12 Frauen" für das Bistum wichtige Katholikinnen vor.
 
Das Jubiläum geht auch auf andere Kirchen und Religionen zu - so im Mai auf dem Freiburger Münsterplatz bei einer interreligiösen Feier. In Planung ist das Jubiläums-Musical "Mirjams Sohn - Vision Frieden", das an verschiedenen Orten im Erzbistum aufgeführt werden soll. Und eine Art Abschluss könnte das Fest am Festtag des Heiligen Stephanus am 26. Dezember in Karlsruhe bilden. Die neu in den Vorstand des Diözesanrats gewählte Theologin Claudia Klant zeigt sich überzeugt, dass das Jubiläum wichtige gesellschaftspolitische Akzente setzen wird. "Beispielsweise können wir beim Klimaschutz als Kirche vorangehen und möglichst schnell klimaneutral werden. Wir sind da auf einem guten Weg und wollen unsere Erfahrungen an andere weitergeben", sagte sie. Im Jubiläumsjahr sollen bistumsweit mindestens 2000 Klimabäume gepflanzt werden.
 
Viele Engagierte hoffen auch, dass das Jubiläum Kunst und Wissenschaft einbezieht. Eine große Kunstausstellung - etwa im neuen Stadt- und Diözesanmuseum Augustinermuseum - wird es aber nicht geben. Auch ist keine große neue Publikation zur Bistumsgeschichte geplant. Dafür wird der Leiter des Bistumsarchivs, Christoph Schmider, seinen Biografien-Band zu den Freiburger Bischöfen überarbeiten und neu veröffentlichen.
 
Langer Weg zur Bistumsgründung
 
Einen guten Einstieg in die spannende Gründungsgeschichte des Erzbistums Freiburg gibt es auch im Internet-Blog des Bistumsarchivs. Denn der Weihe des ersten Freiburger Erzbischofs Bernhard Boll am 21. Oktober 1827 - also vor genau 199 Jahren - gingen jahrelange Verhandlungen zwischen Großherzogtum Baden und dem Vatikan voraus. Parallel zur Neuordnung der europäischen Staaten nach der Französischen Revolution wurden auch die Zukunft und die Gestalt von Kirchen und Bistümern neu verhandelt. Beispielsweise wurde das traditionsreiche Bistum Konstanz aufgelöst. Und das über Jahrhunderte einflussreiche Bistum Mainz musste sich formal dem neu geschaffenen Erzbistum Freiburg unterstellen.
 
Zum Start des Jubiläumsjahrs 2027 wird das Erzbistum Freiburg auch Gastgeber für alle heutigen 27 Diözesen Deutschlands sein: Die katholischen Bischöfe treffen sich im Februar in Hegne am Bodensee zu ihrer Frühjahrsvollversammlung.
 
KBL/KNA