Waldbrände bei Bordeaux: Pfarrer lobt Solidarität unter Evakuierten

04.08.2026 |

Bis zu 7000 Waldbrand-Evakuierte lebten bis vor wenigen Tagen auf einem Messegelände in Bordeaux-Lac. Einer von ihnen war Pfarrer Clément Barré, der in den Notunterkünften großen Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe erlebte. Wie er seine Gemeinde begleitete.

Clément Barré, Pfarrer von Saint-Joseph-des-Jalles bei Bordeaux, versucht den evakuierten Menschen beizustehen.
 
Pfarrer Clément Barré erlebte nach eigenem Bekunden große Solidarität und Hilfsbereitschaft unter den vor den Waldbränden in Frankreich Evakuierten. Dem Kölner Internetportal domradio.de berichtete der 35-jährige Priester, dessen Gemeinde Saint-Médard-en-Jalles im Südwesten Frankreichs evakuiert werden musste: „Das ist sehr ermutigend, zu sehen, dass in so einer schrecklichen Situation trotzdem das Beste aus den Menschen zum Vorschein kommt.“
 
Im „Parc des Expositions“, einem Messegelände in Bordeaux, fanden zwischenzeitlich bis zu 7.000 Menschen aus der Region Zuflucht. Etwa 200 Freiwillige kümmerten sich um warme Mahlzeiten, Feldbetten und psychologische Hilfe. Barré sorgte hier für seine Gemeindemitglieder. Viele der Evakuierten mussten mit der Angst leben, dass sie ihre Häuser verlieren könnten. Dennoch seien sie geduldig, wohlwollend und würden einander helfen. Barré ist überzeugt: „Man sieht, wie Gott am Werk ist, weil die Menschen sich gegenseitig unterstützen.“
 
Seelsorge auf Distanz
 
Während das Feuer nur wenige Kilometer von Bordeaux entfernt ist, rieche man den Rauch in der Großstadt stark - die Einwohner sollen zu Hause bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten. Wie zu Zeiten der Corona-Pandemie versuchte der Pfarrer, die Verbindung mit der Gemeinde aus der Distanz zu halten: Sein Pastoralteam und er würden anbieten, zur gleichen Uhrzeit miteinander zu beten, miteinander zu telefonieren und Neuigkeiten auszutauschen. „Aber man fühlt sich trotzdem ohnmächtig angesichts dieser Situation“, sagt er.
 
Am Sonntag feierte Barré eine Messe für alle evakuierten Gemeinden in der Kathedrale Saint-André von Bordeaux. Und bei den evakuierten Menschen in der Messehalle war er einfach da: „Viel kann ich nicht tun: Man hört ihnen zu, spricht mit ihnen, betet, nimmt sich Zeit - das ist alles, was man zurzeit machen kann.“ Er führte Gespräche mit Menschen, die sich Sorgen um ihr Hab und Gut machen, mit Urlaubern, die von Campingplätzen evakuiert wurden, und mit älteren Menschen aus Seniorenheimen, die durch die Lage verwirrt seien. Wie Barré berichtete, gab es für Saint-Médard-en-Jalles inzwischen Entwarnung: Der Ort blieb von den Waldbränden verschont. 
 
Anteilnahme auch von Papst Leo
 
Auch Papst Leo XIV. hat sich tief besorgt über die aktuellen, ungewöhnlich großen Vegetationsbrände in Frankreich und Spanien geäußert. Bei einem Mittagsgebet in Castel Gandolfo hatte er angesichts der verheerenden Brände den Betroffenen seine Nähe versichert.
 
Zugleich hatte der Papst die Gläubigen dazu aufgerufen, für alle zu beten, die vom Feuer betroffen seien, und für jene, die ihnen zu helfen versuchten. Auch der Erzbischof von Bordeaux, Jean-Paul James, hatte angesichts der unaufhaltsam vordringenden Brände zum Gebet aufgerufen und an die Opfer bei Feuerwehr und Rettungskräften erinnert.
 
KNA